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Germanwatch zu EU-Empfehlungen für nachhaltiges Finanzwesen

EU-Expertenkommission empfiehlt Maßnahmen für nachhaltiges Finanzwesen – Germanwatch sieht Handlungsbedarf in aktuellen Koalitionsverhandlungen. Finanzmärkte sollen Hebelwirkung für besseren Klimaschutz nutzen

In einer ersten Stellungnahme begrüßt Germanwatch gemeinsam mit anderen Organisationen die heute veröffentlichten Empfehlungen einer hochrangigen EU-Expertenkommission zum nachhaltigen Finanzwesen. Diese seien ein wichtiger Schritt zur längst überfälligen systematischen Integration von Nachhaltigkeitsaspekten im Finanzwesen, heißt es - auch wenn an einigen Stellen noch nachgebessert werden müsse. Die Empfehlungen müssten nun sowohl in die Koalitionsverhandlungen in Deutschland als auch in den „Sustainable Finance Action Plan“ der EU-Kommission Eingang finden.

Zum einen geht es darum, dass der Finanzmarkt seine Hebelwirkung für mehr Klimaschutz entfalten kann. Außerdem soll der Tragödie des kurzfristigen Horizonts des Finanzmarktes in Bezug auf den Klimawandel ein Ende gesetzt werden. Beide Dimensionen werden in dem Bericht adressiert. Konkret sollen zum Beispiel Nachhaltigkeitsrisiken in der Finanzmarktregulierung analysiert und zusätzliche finanzielle Mittel zur Erreichung der Klima- und Nachhaltigkeitsziele mobilisiert werden.

„Das Finanzsystem ist ein wichtiger Hebel, um die Klima- und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Jetzt ist die Bundesregierung gefragt. Sie muss die Politik des Wegschauens aufgeben und gemeinsam mit Frankreich die Umsetzung der Empfehlungen auf nationaler und europäischer Ebene vorantreiben - denn sonst werden wichtige Chancen vertan", sagt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch. "Mit einem ´Weiter-so´ scheitern die  Klima- und Nachhaltigkeitsziele. Werden die  Klima- und Nachhaltigkeitsrisiken weiter nicht beachtet, destabilisiert dies zudem das Finanzsystem."

Allerdings bestehe bei einigen Empfehlungen noch Nachbesserungsbedarf, so Germanwatch. Der Politische Geschäftsführer Christoph Bals sagte: „Klimarisiken müssten verpflichtend und nicht - wie empfohlen - zunächst nur freiwillig offengelegt werden. Gemeinsam mit Frankreich sollte Deutschland im Rahmen des jüngst von den Parlamenten geforderten neuen Elyséevertrags sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene entsprechende Maßnahmen vorantreiben." Zentral dabei sei, dass Unternehmen nicht nur über ihre aktuellen Emissionen berichten müssen, sondern auch darüber, wie sie aufgestellt sind, um die mittelfristigen Klimaziele umzusetzen und einen steigenden CO2-Preis zu verkraften.

Mehr Information unter:  http://germanwatch.org/de/14974

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Christoph Bals

Politischer Geschäftsführer 
Germanwatch e.V.
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E-Mail: bals@germanwatch.org
Tel: (0)228 / 60 492-34