07.11.2023
News von Mitgliedern

Olaf Scholz muss jetzt das 49-Euro-Ticket retten – Appell von über 450.000 Menschen

Campact, Greenpeace und der ökologische Verkehrsclub VCD demonstrieren vor der Beratung von Bundeskanzler Olaf Scholz mit den Regierungschef*innen der Länder. VCD, Campact und Greenpeace fordern damit vom Bund die sichere Finanzierung des 49-Euro-Tickets auch nach 2023.

Bild: Sascha Collet/Campact

Mehr als 450.000 Menschen haben den Appell von Campact und VCD unterschrieben und fordern damit, das 49-Euro-Ticket zu retten. Mit einer Protestaktion richten sich VCD, Campact und Greenpeace jetzt an Bundeskanzler Scholz. Bei der Aktion schiebt ein übergroßer Scholz Bundesverkehrsminister Wissing weg, der einen Papp-Bus mit der Aufschrift „49-Euro-Ticket verlängern!” blockiert. Weil sich Wissing weigert, die Hälfte der möglichen Mehrkosten für das Ticket ab 2024 weiterhin zu übernehmen, braucht es jetzt ein Machtwort des Kanzlers. Andernfalls droht das Aus des 49-Euro-Tickets. Dabei ist dieses Ticket eine der wenigen erfolgreichen Maßnahmen im Verkehrssektor für eine klimafreundliche und soziale Mobilität.

Dominik Fette, VCD-Sprecher für klima- und sozialverträgliche Mobilität: „Statt das 49-Euro-Ticket zu gefährden, muss es jetzt um die Weiterentwicklung gehen: Bezahlbar für alle wird es erst durch ein Jugend- und Sozialticket für maximal 29 Euro. Und nutzbar für alle nur durch den massiven Ausbau von Bahnen und Bussen, insbesondere auf dem Land. Nur so schaffen wir eine ökologische und soziale Verkehrswende.“

Laura Boeger, Campaignerin bei Campact: „Wissing fährt gerade willentlich das 49-Euro-Ticket gegen die Wand – nachdem er sich vor Kurzem noch als dessen Erfinder feiern ließ. Das Ticket ist eine der wenigen effektiven Maßnahmen für eine Mobilitätswende. Aber statt sich weiter an den zusätzlichen Kosten zu beteiligen, will Wissing lieber Milliarden für den Ausbau von Autobahnen springen lassen. Kanzler Scholz muss hier einschreiten und die Zukunft des 49-Euro-Tickets sichern."

Clara Thompson, Verkehrsexpertin bei Greenpeace: „Kanzler Scholz muss jetzt sicherstellen, dass die Finanzierung des Deutschlandtickets und der Ausbau von Bus und Bahn beschleunigt wird. Stattdessen ist derzeit im Deutschlandpakt vorgesehen, Autobahnen wie die A100 beschleunigt auszubauen und die Zerstörung von Natur und soziokulturellen Räumen zu erleichtern. Damit die viel zu hohen CO2-Emissionen im Verkehr endlich sinken, brauchen wir einen Pakt mit der Natur, nicht mit klimaschädlicher Infrastruktur.”

VCD, Greenpeace und Campact fordern den Kanzler und die Regierungschef*innen der Länder auf, die nahtlose Weiterführung des 49-Euro-Tickets im Januar 2024 zu sichern. Ansonsten haben die elf Millionen Menschen das Nachsehen, die das 49-Euro-Ticket bisher nutzen.

In dem Appell fordern 450.000 Menschen, den Preis von 49 Euro nicht zu erhöhen, das Angebot von Bussen und Bahnen auszubauen und ein bundesweites Jugend- und Sozialticket für maximal 29 Euro pro Monat einzuführen.

Appell von Campact und VCD zum Deutschlandticket: Aktionsseite | VCD-Infos zum Appell

Zurück

Michael Müller-Görnert

Verkehrspolitischer Sprecher, Klima, Luft, Auto

Verkehrsclub Deutschland

michael.mueller-goernert@vcd.org

Telefon: 030/280 351 19