Abstimmung des EU-Parlaments zu Erneuerbaren Energien: Lob und Kritik

Am 14. September hat das EU Parlament sich zur Reform der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III) positioniert. Der WWF Deutschland und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kommentieren die neuen Bedingungen, unter denen die Energiegewinnung aus Holzverbrennung als erneuerbar gilt.

Susanne Winter, Programmleiterin Wald beim WWF Deutschland kommentiert die Entscheidung, dass Energie aus Waldholz-Verbrennung nur begrenzt als erneuerbare Energie gewertet wird: „Das EU-Parlament hat mit seiner Entscheidung einen historischen Fehler korrigiert. Denn Holz zu verbrennen, ist nicht klimaneutral. Und wir können es uns nicht leisten, den dringend benötigten Kohlenstoffspeicher Wald zu verfeuern. Deswegen ist ein wertvolles Zeichen, dass die Holzverbrennung nicht weiter subventioniert werden soll.“

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert, dass Anreize für die klima- und umweltschädliche Verbrennung von Biomasse aus dem Wald und die Nutzung von Nahrungsmitteln im Tank bestehen bleiben. Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Weder die beschlossene vage Obergrenze für den Anteil der Waldholzverbrennung am Energieverbrauch, noch die mit zahlreichen Schlupflöchern versehenen Einschränkungen bei primärer Holzbiomasse reichen aus, um den internationalen Raubbau am Wald zu stoppen. Es bleibt auch weiterhin der industriellen Holzverfeuerung Tür und Tor geöffnet. Wir fordern die deutsche Bundesregierung auf, diese Fehlentscheidung des EU-Parlaments bei den anstehenden Trilog-Verhandlungen zu korrigieren.“

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH, ergänzt: „Die Abgeordneten haben heute die Chance vertan, den fatalen Irrweg der Verbrennung von Lebensmitteln im Tank als Agrosprit endlich zu beenden. Für den größten bislang noch über die RED geförderten Klimakiller unter den Agrosprit-Rohstoffen – Soja – stoppen die Parlamentarier zwar die Förderung. Indem sie aber ermöglichen, den bisherigen Soja-Teil zukünftig durch andere Nahrungsmittel wie Mais, Weizen oder Rapsöl ersetzen zu lassen, ignorieren sie die wissenschaftlich belegten katastrophalen Auswirkungen aller Agrokraftstoffe. Denn durch den immensen Flächenverbrauch sind Agrokraftstoffe eine Katastrophe für die Nahrungsmittelsicherheit, das Klima und die Biodiversität. Wir fordern deshalb die Bundesregierung dazu auf, sich im Trilog dafür stark zu machen, die Anrechenbarkeit von Agrosprit im Rahmen der Erneuerbare-Energie-Richtlinie endlich europaweit zu beenden.“ 

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Constantin Zerger

Leiter des Bereichs Energie und Klimaschutz

Deutsche Umwelthilfe e.V.

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