Amtseinführung von Joe Biden - Das sagen unsere Mitglieder

Joe Biden ist offiziell im Amt als 46. US-Präsident. Was bedeutet das für US-amerikanische und internationale Klimapolitik? Dazu berichten unsere Mitglieder.

Am Tag seines Amtsantritts hat der neue US-Präsident Joe Biden sofortige Schritte eingeleitet, um die Klimakrise zu bekämpfen.

„Die heute offiziell eingeleitete schnelle Rückkehr der neuen US-Regierung in das Pariser Klimaabkommen ist international von überragender Bedeutung“, sagt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. „Der angekündigte zusätzliche Klimagipfel unter Leitung der neuen US-Regierung untermauert diesen Schritt zurück in die Gruppe der Staaten, die die Klimakrise bekämpfen wollen. Die Aufgabe der umstrittenen Keystone XL-Pipeline nach Kanada ist ein weiterer wichtiger Fortschritt. Entscheidend wird nun sein, dass auch das US-Investitionspaket in Reaktion auf die Corona-Krise konsequent am notwendigen klimapolitischen Umbau ausgerichtet wird.“

Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland: „Trotz der vielen positiven Ankündigungen auf der internationalen Ebene dürfen wir keine weitere Zeit verlieren. Das Jahrzehnt der Umsetzung von notwendigen Klimaschutzmaßnahmen hat längst begonnen. Die nächsten zehn Jahre sind auch in Deutschland entscheidend, um die Klimawende zu schaffen. Dazu gehört entschiedenes und schnelles Handeln, etwa bei dem Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Dekarbonisierung von Industrie und Verkehr. Jedes zehntel Grad zählt, wenn wir die schlimmsten Auswirkungen der Klimakrise vermeiden wollen.“

Olaf Bandt, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): „Es ist ein wichtiges Zeichen, dass der neue US-Präsident Joe Biden mit einer seiner ersten Amtshandlungen die USA wieder in das Pariser Klimaabkommen zurückführt. Den Bekenntnissen der Vertragsstaaten müssen aber auch schnell ambitionierte Taten folgen. Wir haben keine Zeit mehr für Lippenbekenntnisse. Auch Deutschland muss seinen fairen Anteil leisten.
Um den Zielen des Abkommens gerecht zu werden, muss die Bundesregierung jetzt die Weichen stellen für einen naturverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien auf mindestens 75 Prozent bis 2030 bei gleichzeitig komplettem Ausstieg aus der Kohleverstromung. Verträge und Zusagen allein können die Welt nicht retten. Es ist höchste Zeit für Taten.“

Bereits am Tag seiner Amtseinführung hat der neue Präsident der USA, Joseph Biden, die Genehmigung für den Bau der umstrittenen Keystone XL-Pipeline (KXL) zurückgezogen. Damit erfüllt er eine zentrale Forderung der Native Americans, die entlang der Bautrasse leben und um die Wasserqualität im Einzugsbereich der Pipeline fürchten.

„Gleich zu Beginn seiner Amtszeit setzt Biden ein zentrales Wahlversprechen um und setzte ein Zeichen für Klima- und Umweltschutz. Es ist ermutigend zu sehen, dass es ihm offenbar wichtig ist, die vielen Wunden zu heilen, die Donald Trump dem Verhältnis zu den Native Americans zugefügt hat“, erklärte Yvonne Bangert, Referentin für indigene Völker bei der Gesellschaft für bedrohte Völker.

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