20.05.2021

Bündnis fordert ambitionierte Maßnahmen für einen klimaneutralen Gebäudebestand

Die Gebäude-Allianz, ein Zusammenschluss von rund 30 Verbänden, zu denen auch die Klima-Allianz Deutschland zählt, hat einen Fünf-Punkte-Plan für Maßnahmen vorgelegt, mit denen sich die erhöhten Ziele für den Gebäudesektor im Entwurf des neuen Klimaschutzgesetzes sicher erreichen lassen.

Der Gebäudesektor hat sein Klimaziel des vergangenen Jahres bereits als einziger knapp verfehlt. Das Bundesbauministerium ist deshalb gesetzlich verpflichtet ein Sofortprogramm vorzulegen. „Durch die Anschärfung des Klimaschutzgesetzes steigt die Dringlichkeit für eine Klimawende im Gebäudesektor noch einmal. Frühere Gutachten im Auftrag des Bundes haben ohnehin gezeigt, dass die bestehenden Instrumente schon eindeutig nicht für die Erreichung des alten deutschen Klimaziels ausreichen werden. Bis zum Jahr 2030 wird eine drastisch wachsende Ziellücke entstehen, wenn die Bundesregierung nicht schnell gegensteuert. Das ist klima- und sozialpolitisch inakzeptabel, wie auch die Entscheidung des Verfassungsgerichtes bestätigte: Je später gehandelt wird, desto kurzfristiger und massiver muss zu einem späteren Zeitpunkt eingegriffen werden. Damit werden die Freiheitsrechte zukünftiger Generationen bedroht“, so Dr. Christiane Averbeck, Geschäftsführerin der Klima-Allianz Deutschland.

Der Gebäudesektor muss in den nächsten zehn Jahren fast 45 Prozent seiner aktuellen Treibhausgasemissionen einsparen. Die Gebäude-Allianz, ein Bündnis aus Klima- und Umweltverbänden, Gewerkschaften, Verbraucherschutz-, Mieterschutz- und Unternehmensverbänden, setzt mit seinen Forderungen ein klares Zeichen für ambitionierten Klimaschutz im Gebäudesektor und betont dabei auch die Chancen: Ambitionierte Maßnahmen sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch sozialverträglich umsetzbar und wirtschaftlich attraktiv.

Konkret fordert die Gebäude-Allianz ein besseres Zusammenspiel aus Fördern und Fordern: Energetische Mindeststandards für Bestandsgebäude, insbesondere die mit den höchsten Energierechnungen, sollen Eigentümern den Weg zur Klimaneutralität aufzeigen und zusätzliche Modernisierungen anstoßen. Dies soll durch bedarfsgerechte Förderprogramme unterstützt werden.Auch zur aktuellen Diskussion um die Lastenverteilung der CO2-Bepreisung zwischen Mietern und Vermietern bezieht das Bündnis Stellung. Da Mieter keinen Einfluss auf den energetischen Zustand ihrer Wohnung oder die Art der Heizung haben, sei es dringend geboten, die Abwälzung der gesamten Kosten auf die Mieter umgehend zu beenden.

Zudem betont das Bündnis, dass bereits heute erprobte Technologien für eine erneuerbare Wärmeversorgung bereitstünden. Es sei jetzt an der Politik, die Weichen für deren flächendeckenden Einsatz zu stellen und sogenannte fossile „Lock-in-Effekte“ zu vermeiden. Auch die öffentliche Hand könne und müsse ihren Beitrag zur Zielerreichung im Gebäudesektor leisten. So müsste sie ihre neuen Gebäude bereits ab 2023 klimaneutral bauen, eine verbindliche höhere Modernisierungsrate umsetzen und Lebenszyklusanalysen beauftragen, bevor statt einer Sanierung öffentlicher Gebäude die Abrissbirne zum Einsatz kommt.

 

Hinweis:
Das Papier der Gebäude-Allianz können Sie hier herunterladen.

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Julia Dittmann

Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
julia.dittmann@klima-allianz.de
Telefon: 030/780 899 514