Bundestagswahl: Forderungen für eine Agrar- und Ernährungswende

Im Vorfeld der Bundestagswahl stellt der Bundesverband Menschen für Tierrechte heute seine zehn Forderungen für eine Agrar- und Ernährungswende vor. Um das kurze Zeitfenster zu nutzen, das der Menschheit noch bleibt, um die globalen Herausforderungen zu bewältigen, fordert der Tierrechtsverband eine umfassende Strategie für tier- und klimafreundliche Ernährungsformen. Ziel muss nach Ansicht des Verbandes eine pflanzenbasierte Ernährung sein. Weitere Forderungen betreffen die Ökologisierung der Landwirtschaft, die Reduzierung der Tierbestände und Ausstiegsförderungen für Landwirte, die ihre Tierhaltung beenden wollen.

Klimawissenschaftler Professor Johan Rockström vom Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung schätzt, dass der Menschheit noch zehn Jahre bleiben, um zu verhindern, dass das System Erde irreversibel aus dem Lot gerät. (1). Dabei geht es nicht nur um den Klimawandel: Dramatisch ist die Situation auch bezüglich des Verlusts an Biodiversität und bei der Überfrachtung der Natur mit Nährstoffen. Die Landwirtschaft trägt einen entscheidenden Teil zu diesen gefährlichen Entwicklungen bei.

Klimawandel: Ernährung ist entscheidender Hebel
Deswegen veröffentlicht der Bundesverband Menschen für Tierrechte heute seine zehn Forderungen für eine Agrar- und Ernährungswende. Gerade die Ernährung ist ein entscheidender Hebel, um den menschengemachten Klimawandel noch zu begrenzen. Die Produktion tierischer Produkte verursacht fast ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen (2). Damit das anvisierte Zwei-Grad-Ziel noch erreicht werden kann, rufen auch der Weltklimarat (IPCC) und die Wissenschaft zu einem schnellen Wandel in der Lebensmittelproduktion auf (3).

Abschied von der zerstörerischen Wachstumsphilosophie
„Wenn wir die Erde und damit unsere Lebensgrundlagen retten wollen bedeutet das auch, Abschied von der zerstörerischen Wachstumsphilosophie zu nehmen. Dies heißt für VerbraucherInnen, ihre Konsum- und Lebensgewohnheiten nachhaltig und klimafreundlich auszurichten. Dazu gehört auch, dass wir unsere Ernährung schnellstmöglich auf pflanzliche Eiweißträger umstellen“, fordert Christina Ledermann, Vorsitzende vom Bundesverband Menschen für Tierrechte.

Herzstück: Strategie für tier- und klimafreundliche Ernährungsformen
Herzstück der 10-seitigen Online-Broschüre ist deswegen eine Strategie für tier- und klimafreundliche Ernährungsformen. Diese umfasst unter anderem eine breit angelegte Informations- und Bildungskampagne für pflanzliche Ernährungsformen, die Erhöhung des Angebotes vollwertiger veganer Mahlzeiten in öffentlichen Einrichtungen sowie mehr Forschungsförderung für pflanzliche Alternativen. Weitere Punkte sind eine verpflichtende und umfassende Produkt-Kennzeichnung, die die Entscheidung von KonsumentInnen für pflanzliche Alternativen fördert sowie Steuerermäßigungen für klimafreundliche und die gleichzeitige Verteuerung von tierischen Lebensmitteln.

Förderung für LandwirtInnen, die aus der Tierhaltung aussteigen
Die Einnahmen sollten nach Ansicht des Verbandes in Umstiegsförderungen für LandwirtInnen fließen, die aus der Tierhaltung aussteigen. Weitere Maßnahmen sind eine Ökologisierung der Agrarsubventionen, eine drastische Reduzierung der Tierbestände, Forschungsförderung für tierlose Anbausysteme und die Stärkung von Tierschutzrecht, Vollzug und Gerichtsbarkeit. Außerdem sollten schädliche Subventionen, Soja-Importe und die Exportorientierung beendet werden.

Gemeinwohlorientierte Lebensmittelerzeugung und Pflege von Ökosystemen
„Wissenschaftler rufen den „planetaren Notstand“ aus. Gleichzeitig fördern wir noch immer die industrielle Tierhaltung mit all ihren furchtbaren Folgen für Tiere, Klima und Umwelt. Dies muss sich dringend ändern. Wir müssen alle klimafeindlichen Subventionen beenden. Jeder Steuer-Cent aus den über 400 Milliarden schweren EU-Agrarsubventionen muss in eine konsequente Transformation unserer Landwirtschaft fließen. LandwirtInnen müssen künftig einerseits nachhaltig pflanzliche Lebensmittel erzeugen und andererseits im Sinne des Gemeinwohls Ökosysteme renaturieren und pflegen“, schließt Ledermann.

Die Broschüre zu den Forderungen für eine Agrar- und Ernährungswende finden Sie hier.

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Christina Ledermann

Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner

Vorsitzende und Pressereferentin
ledermann@tierrechte.de
Telefon: 0211 – 16 34 54 29