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COP25: Das erwarten unsere Mitglieder

Der UN-Klimagipfel COP25 ist der letzte vor dem entscheidenden Jahr 2020, in dem alle Staaten ihre Klimaziele für das Pariser Abkommen erhöhen sollen. Die Mitglieder der Klima-Allianz Deutschland blicken mit hohen Erwartungen auf den Gipfel.

Aus Sicht der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch kommt es nun darauf an, dass die Europäische Union den klaren Willen signalisiert gemeinsam mit Partnern für ambitionierteren Klimaschutz voranzugehen. Die internationale Staatengemeinschaft müsse in Madrid wichtige Beschlüsse fassen, erklärt Christoph Bals, politischer Geschäftsführer von Germanwatch. „Sie muss die Bereitschaft zu schnellerem und weitreichenderem Klimaschutz ankündigen sowie Regeln für den internationalen Emissionshandel beschließen, die Doppelzählungen verhindern und seriöse transparente Berechnungen sicherstellen. Und sie muss endlich Fortschritte erzielen bei der Frage, wie die von der Klimakrise am härtesten getroffenen Ärmsten bei klimabedingten Schäden und Verlusten finanziell unterstützt werden."

Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt, befürchtet eine massive Verschuldung armer Staaten, wenn diesen zum Umgang mit der Klimakrise nur Kredite angeboten würden. Dies könne eine humanitäre Krise auslösen. „Klimagerechtigkeit würde bedeuten, dass die Staaten für die Schäden Verantwortung übernehmen, die sie verursachen“, so Füllkrug-Weitzel. Sie fordert, dass neue Finanzquellen erschlossen werden. Die Industrieländer haben bisher abgelehnt, über Mittel zur Bewältigung klimabedingter Schäden und Verluste auch nur zu verhandeln. Während der COP25 wird die bisherige Arbeit des Internationalen Warschau Mechanismus für klimabedingte Schäden und Verluste überprüft. Brot für die Welt fordert die Bundesregierung auf, „sich gegenüber den Blockierern aus den Reihen der Industrieländer aktiv für die Hilfe für die ärmsten Staaten einzusetzen.“

Michael Schäfer, Leiter von Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF appelliert an die Bundesregierung starke Signale zu senden und auf internationaler Ebene Mut für große Schritte zu machen. „Wir rufen Angela Merkel dazu auf, sich zurück ins Lager der Vorreiter einzugruppieren und beim EU-Ratstreffen, das zeitgleich zum Ende der COP stattfinden wird, deutlich für ein ambitioniertes, europäisches Klimaschutz-Langfristziel einzusetzen. Mehr denn je kommt es darauf an, dass die EU als mächtige Industriegemeinschaft eine starke Führungsrolle einnimmt. Sie muss zudem in Madrid ankündigen, ihren Klimabeitrag zum Paris-Abkommen im Laufe des nächsten Jahres deutlich zu erhöhen. Dies wäre ein entscheidender Motivationsschub für viele Staaten um beim Klimaschutz mitzuziehen“, so Schäfer.

Wenige Tage zuvor hatte das Europäische Parlament den Klimanotstand beschlossen. MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel begrüßte den Entschluss als Signal für die COP25 und erklärte: „Das europäische Parlament hat mit der Resolution zum Klimanotstand die Klimakrise als das benannt, was sie ist. Klimaschutz ist in den Gremien der EU demokratisch legitimiert, Wissenschaftler sprechen eine klare Sprache, konkrete internationale Verpflichtungen liegen vor. Diesen jetzt besondere Priorität zu geben und Klimaschutz als Querschnittsthema zu bewerten, ist ein wichtiger Schritt, der für die Bunderegierung Handlungsauftrag sein muss, das nationale Klimapaket entsprechend anzupassen“. Konkrete Taten müssten jetzt folgen und es dürfe nicht bei Symbolpolitik bleiben. Spiegel betonte, dass Klimaschutz Armutsbekämpfung sei und die ärmsten Länder mehr Unterstützung bei der Bewältigung der klimaverursachten Schäden brauche. Die Klimaverhandlungen in Madrid könnten dazu einen entscheidenden Beitrag leisten.

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