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COP25: Ein Rückblick unserer Mitglieder

Vom 2. bis zum 13. Dezember 2019 fand die 25. Weltklimakonferenz in Madrid statt. Der UN-Klimagipfel ging weitestgehend ergebnislos zu Ende.

Nun müssen die Staaten bis zur nächsten Klimakonferenz in Glasgow  ihre Klimaziele signifikant erhöhen um dem Pariser Klimaabkommen gerecht zu werden. Mitgliedsorganisationen der Klima-Allianz Deutschland äußern sich enttäuscht zum Ende des Klimagipfels.

 Sven Harmeling, klimapolitischer Koordinator von CARE kritisiert das vage Auftreten der großen Wirtschaftsmächte, lobt jedoch die neu eingenommene Vorreiterposition der EU: "Im Gegensatz zu den Blockiererstaaten USA, Australien, Brasilien und Saudi-Arabien hat die EU mit ihrem Green Deal ein wichtiges Signal gesetzt." Über den verabschiedeten Gender Action Plan äußert Harmeling sich hoffnungsvoll. Das Potential von Frauen müsse in Hinblick auf Klimafragen berücksichtigt werden.

"Mit dem European Green Deal will die Europäische Union die Treibhausgasneutralität bis 2050 erreichen. Um die Erwärmung unseres Planeten gemäß des Pariser Klimaschutzabkommens einzudämmen, braucht es noch mehr Engagement.", kommentiert Dr. Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbarer Energien (BEE). Ein klares Signal zur Umstellung auf saubere, erneuerbare Energien wurde bedauerlicherweise nicht an die großen CO2-Emittenten gesendet. Das Pariser Klimaschutzabkommen sei vor dem Scheitern, da in Madrid kein Druck auf die G20 Staaten aufgebaut wurde, verschärfte Klimaschutz- und Erneuerbaren-Ziele zu formulieren.

Die Regierungen, die enge Beziehungen zur Kohle- und Öllobby führen, würden massiven Widerstand gegen das Pariser Abkommen und den dadurch erhöhten Druck führen, meint Christoph Bals, politischer Geschäftsführer von Germanwatch. Den im Pariser Abkommen geplanten zügigen weltweiten Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas würden die amerikanischen, brasilianischen oder australischen Regierungen mit Aufstand entgegenwirken. Es brauche kraftvolle Signale, wie den angekündigten European Green Deal.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates Olaf Zimmermann kritisiert Fachpolitiker und Fachverbände: „Den Klimawandel nachhaltig zu begrenzen, funktioniert nur, wenn auch die kulturelle Dimension mitbedacht wird. Gesellschaften sind selbst zu fundamentalen Änderungen bereit, wenn sie kulturell konnotiert sind. Deshalb muss das Thema endlich auch in den politischen Gremien als kulturelle Debatte verstanden werden und nicht weiterhin als reines Umweltthema behandelt werden.“

 „Einen gruseligen Fehlstart in das für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens so entscheidende Jahr 2020.“, nennt Michael Schäfer, Leiter der Bereiche Klimapolitik und Energie beim WWF Deutschland die Verhandlungen in Madrid. Die Bundesregierung dürfe beim Klimaschutz in Europa nicht weiter auf der Bremse stehen und der EU-Klimabeitrag müsse deutlich angehoben werden. Viele Regierungen würden die weltweiten Klimaschutzproteste, sowie die spürbaren Folgen des Klimawandels, wie beispielsweise Erderhitzung, Überflutungen, Zunahme von Dürren und der Anstieg des Meeresspiegels ignorieren. Die wichtigsten Themen der Klimakonferenz wurden nicht erfolgreich geklärt: Es gab keine Fertigstellung des Regelbuchs des Pariser Abkommens, die Finanzierung klimabedingter Schäden und Verluste wurde nicht deutlich dargelegt. Außerdem wurde die Achtung der Menschenrechte bei der Umsetzung nicht sichergestellt.

 

 

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