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EU-Klimanotstand ist Signal für COP25

MISEREOR begrüßt die Resolution des Europäischen Parlaments zum Klimanotstand nur wenige Tage vor der 25. UN-Klimakonferenz. Es wird sich dadurch ein starkes Signal für ambitioniertere Klimaschutzziele und grundlegende Veränderungen in Europa erhofft.

"Das europäische Parlament hat mit der Resolution zum Klimanotstand die Klimakrise als das benannt, was sie ist. Klimaschutz ist in den Gremien der EU demokratisch legitimiert, Wissenschaftler sprechen eine klare Sprache, konkrete internationale Verpflichtungen liegen vor. Diesen jetzt besondere Priorität zu geben und Klimaschutz als Querschnittsthema zu bewerten, ist ein wichtiger Schritt, der für die Bunderegierung Handlungsauftrag sein muss, das nationale Klimapaket entsprechend anzupassen", erklärt MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel. Wichtig sei, dass die EU und ihre Mitgliedsstaaten der Resolution konkrete Taten folgen lassen, sie dürfe nicht reine Symbolpolitik bleiben. Es gehe darum, Standards in der Produktion, der Land- und Kreislaufwirtschaft ambitionierter zu gestalten, ohne eine soziale Schieflage herzustellen.

Während die große Mehrheit aller Staaten betont, dass sie ihre Politik an den Pariser Klimazielen ausrichtet, ist die Realität eine andere: Kohlendioxidwerte in der Atmosphäre steigen, Klimaziele werden regelmäßig unterlaufen. "Es braucht Weitsicht, politischen Willen und Mut für die notwendige Veränderung“, so Spiegel. „Das ist besonders eine Frage der Gerechtigkeit: Die Hauptverursacher des Klimawandels müssen ihrer Verantwortung gerecht werden und ihre Pflicht zum Klimaschutz und zur Unterstützung der Ärmsten bei der Bewältigung der Klimakrise leisten".

Klimaschutz ist vorsorgende Armutsbekämpfung

Spiegel betont, dass Klimaschutz vorsorgende Armutsbekämpfung sei. Die Ärmsten leben oftmals ohne Ersparnisse oder Lebensmittelvorräte und könnten steigende Schäden und Ernteverluste durch zunehmend heftigere Niederschläge, Schädlinge, Dürren oder Überschwemmungen nicht ausgleichen. "Der Klimawandel raubt den bereits heute Verletzlichsten ihre Lebensgrundlagen, jagt sie von einem wirtschaftlichen Schaden in den nächsten und lässt ihnen kaum Luft zur Rehabilitation.“ Die Erfolge in der Armutsbekämpfung der letzten Jahrzehnte könnten laut Weltbank durch fehlendes Handeln in der Klimapolitik zunichte gemacht werden. Die Anzahl der Menschen, die in extremer Armut leben, werde ansteigen. "Der Kampf gegen Armut und Hunger kann nur gemeinsam mit Klimaschutz gewonnen werden". Aus diesem Grund brauche es für die ärmsten Länder mehr Unterstützung bei der Bewältigung von Schäden und Verlusten, die durch den Klimawandel bedingt sind. Die Klimaverhandlungen in Madrid können hierfür einen entscheidenden Beitrag leisten.

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Kathrin Schroeder

Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR e.V. 
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