Flut in Pakistan: Auswirkung des Klimawandels?

Pakistan erlebt seine bislang schlimmste Flut-Katastrophe. Mehrere Mitglieder der Klima-Allianz Deutschland zeigen sich bestürzt über das Ausmaß der Zerstörung und leisten Nothilfe. Pakistan ist trotz verschwindend geringem Beitrag zum Klimawandel mit am stärksten von seinen Folgen betroffen.

Ungewöhnlich starke und früh einsetzende Monsunregenfälle haben in den vergangenen Tagen und Wochen große Teile Pakistans überflutet. Im gesamten Land sind von den Überschwemmungen, Sturzfluten und Erdrutschen über 33 Millionen Menschen betroffen . Mehr als 1.000 Menschen kamen bereits ums Leben und es wird erwartet, dass die Zahl weiter steigt. „Dies sind die schlimmsten Überschwemmungen, die Pakistan je erlebt hat, und das Ausmaß der Verwüstung ist unvorstellbar“, berichtet Waseem Ahmad, Geschäftsführer von Islamic Relief Worldwide. Er ist vor Ort in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa im Nordwesten Pakistans, um lebensrettende Hilfsgüter wie Lebensmittel und Unterkünfte bereitzustellen.

Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen treten in Pakistan immer häufiger auf – insbesondere zur Monsunzeit. Durch die globale Erhitzung werden solche Extremwetterereignisse immer wahrscheinlicher und stärker. „Kaum ein anderes Land ist von der Klimakrise so betroffen wie Pakistan“, sagt Martin Keßler, Direktor der Diakonie Katastrophenhilfe. Dabei sei die ländliche Bevölkerung weder vorbereitet noch ausgerüstet, um sich im Katastrophenfall selbst zu helfen, erklärt Help - Hilfe zur Selbsthilfe.

„Nothilfe ist dringend notwendig, um Leben und Lebensgrundlagen zu retten. Aber wir brauchen auch echte globale Maßnahmen gegen den Klimanotstand“, sagt Waseem Ahmad. Diese Katastrophen werden immer häufiger und schwerwiegender – Länder wie Bangladesch und Südafrika haben in diesem Jahr die schlimmsten Überschwemmungen seit Jahrzehnten erlebt, während am Horn von Afrika gerade eine noch nie dagewesene Dürre herrscht. Es ist an der Zeit, dass die Welt aufwacht und etwas gegen den Klimawandel unternimmt."

Islamic Relief appelliert an die internationale Staatengemeinschaft, ihre Nothilfe-Reaktion zu verstärken, um den Menschen zu helfen, die am stärksten von der Klimakrise betroffen sind. „Die Menschen hier sind die Hauptleidtragenden des globalen Klimawandels. Pakistan produziert weniger als ein Prozent des weltweiten Kohlenstoff-Fußabdrucks, aber seine Menschen leiden unter den größten Folgen.“

Auch CARE verteilt Hilfsgüter an die Betroffenen, darunter Zelte und Planen für Notunterkünfte, Notlatrinen-Kits und Dinge des täglichen Bedarfs wie Hygieneartikel. „Unsere höchste Priorität ist die Unterstützung von Frauen, Kindern und Menschen mit besonderen Bedürfnissen“, sagt Adil Sheraz, CARE-Länderdirektor in Pakistan. CARE arbeitet in einigen der abgelegensten und logistisch am schwierigsten zu erreichenden Gebieten Pakistans, um die Ursachen von Armut zu bekämpfen. Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit von CARE ist die Unterstützung von Frauen und Mädchen.

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Nicole Rick

Assistenz der Geschäftsführung/Zentrale Dienste

Help - Hilfe zur Selbsthilfe e.V.

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