Globaler Erderschöpfungstag - ab jetzt sind alle Umwelt-Ressourcen verbraucht

Es ist globaler Erderschöfungstag (Earth Overshoot Day): Dieses Jahr lebt die Weltbevölkerung schon ab dem 29. Juli auf Pump! Aus diesem Anlass erheben eine Vielzahl unserer Mitglieder ihre Stimmen und fordern unser Lebens- und Wirtschaftsmodell zu ändern.

Der diesjährige Erderschöpfungstag ist bereits am 29. Juli. Der Tag markiert den Zeitpunkt im Jahr, bis zu dem die Menschheit so viel von der Erde beansprucht hat, wie alle Ökosysteme im gesamten Jahr erneuern können. Deutschland überzieht das Ressourcen-Konto in diesem sogar schon seit dem 3. Mai. Eine Vielzahl unserer Mitglieder mahnen zur fundamentalen Kehrwende.

"Unsere Erde ist kein Konto, dass wir ohne Konsequenzen Jahr für Jahr überziehen können. Bald haben wir alle Reserven aufgebraucht, wir sind auf dem direkten Weg in den ökologischen Ressourcen-Bankrott. Es liegt in unserer Verantwortung, jetzt radikal umzudenken und umgehend zu handeln, damit unsere Kinder und Enkelkinder nicht mit noch viel drastischeren Folgen von Klimakrise, Ressourcen- und Artenverlust leben müssen.", so Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender. Weiter fordert er "Umweltpolitik darf nicht länger unter dem Wachstumsvorbehalt der Wirtschaft stehen. Weniger Verbrauch lässt sich gut mit mehr Lebensqualität vereinbaren, wenn die Politik entsprechende Rahmenbedingungen schafft."
Hier geht es zum Statement des BUND.

Mit einem konkreten Beispiel zeigt die DUH wie auch kleine Veränderungen sich auf das Datum des Erderschöpfungstages auswirken können. Deswegen fordert sie die deutsche Bevölkerung auf mit dem "Plastik-Einweg-Boykott" einen persönlichen Beitrag zum Erderschöpfungstag zu leisten.
Hier
entlang zum Beitrag der DUH.

Bernd Bornhorst, Leiter der Abteilung Politik und Globale Zukunftsfragen bei MISEREOR, appeliert an die Bevölkerung sowie die Bundesregierung: "Die Situation ist dramatisch, rasches und konsequentes Handeln ist gefordert, von jedem einzelnen als Konsument und Verbraucher, aber gerade auch von der Politik, die endlich die entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen schaffen muss, um der bestehenden organisierten Verantwortungslosigkeit etwas entgegenzusetzen. Absichtserklärungen gibt es genug – wir brauchen Taten!“
Das Statenment von MISEREOR gibt es hier.

Ein Bündnis aus zivilgesellschaftlichen Organisationen fordert die Bundesregierung auf, entschieden umzusteuern: Weltweit und auch hierzulande werden die gravierenden Folgen der Übernutzung und der Klimakrise immer sichtbarer.
„Wir können es uns nicht leisten, noch weiter Zeit zu verlieren und müssen anfangen, konsequent zu handeln. Unsere Wirtschafts- und Lebensweise und die daraus folgende Zerstörung der Umwelt geht auf Kosten der folgenden Generationen“, so Jan Göldner aus dem Bundesvorstand der NAJU.
„Die jüngsten Europawahlen haben gezeigt, dass die Menschen in Deutschland die Eindämmung der Klimakrise als wichtigste Aufgabe für unsere Zukunft sehen“, sagt Stefan Küper von Germanwatch. „Wesentliche Schritte in diese Richtung wären neben einem wirkungsvollen Klimaschutzgesetz eine am CO2-Ausstoß orientierte und sozial ausgestaltete Steuerreform und die Einleitung einer echten Verkehrswende. Der Verkehrssektor ist der einzige Bereich hierzulande, in dem die Emissionen seit 1990 nicht gesunken sind.“
Eine zukunftsfähige Politik müsse außerdem die Digitalisierung dafür nutzen, nachhaltige Entwicklung zu gestalten, anstatt mit ihrer Hilfe die bestehende Wirtschaftsweise weiter zu zementieren. „Aktuelle wissenschaftliche Gutachten bestätigen: Damit Digitalisierung etwa im Bereich der globalen Landwirtschaft zu einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne der Agenda 2030 beiträgt, müssen Nachhaltigkeitsziele Vorrang haben vor kurzfristigen Wettbewerbsvorteilen und auch vor eindimensionalen Wachstumszielen", sagt Lena Michelsen von INKOTA. „Digitale Technologien sollten für kooperative, gemeinwohlorientierte Wirtschaftsformen genutzt werden.“
Die gesamte Stellungsnahme des Bündnisses gibt es hier.

Mehr Informationen zum Erdüberlastungstag und die Möglichkeit auszurechnen, an welchem Tag Sie persönlich das Ressourcen-Konto der Erde überschreiten, gibt es hier.

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