Kirchentag beschließt Klimaschutz-Resolution

Der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag hat mit dem Beschluss der Resolution „Klimaschutz duldet keinen Aufschub - das Pariser Weltklimaabkommen in Deutschland konsequent umsetzen!“ am 25. Mai 2017 ein starkes Zeichen für den Klimaschutz gesetzt. Eine zentrale Forderung: Bis 2025 mindestens die Hälfte der Kohlekraftwerke abschalten.

Die Klima-Allianz Deutschland hat die Resolution gemeinsam mit dem MÖWe (Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung der Evangelischen Kirche von Westfalen) und der Ökumenischen Umweltgruppe Lichtenrade eingebracht. Neben dem Kohleausstieg setzt sich der Kirchentag für ein Klimaschutzgesetz ein, fordert eine weitere Konkretisierung des Klimaschutzplans 2050 sowie alle umwelt- und klimaschädlichen Subventionen sozialverträglich abzuschaffen. Außerdem werden die Evangelische Kirche in Deutschland und die Landeskirchen zum Divestment aufgerufen. Kathrin Schroeder, MISEREOR, Sprecherin der Klima-Allianz Deutschland, hat die Resolution gemeinsam mit Katja Breyer, Beauftragte für den Kirchlichen Entwicklungsdienst, Ev. Kirche von Westfalen, im Rahmen der Veranstaltung „Raus aus der Kohle? Rein in die Zukunft“ eingebracht.

Die Antragstellerin Kathrin Schroeder erklärt die Dringlichkeit der Forderungen: "Mit der Ratifizierung des Klimaabkommens von Paris hat Deutschland sich verpflichtet, Treibhausgasemissionen zu reduzieren und arme Länder für emissionsarme Entwicklung zu unterstützen. Aber wir müssen das Tempo deutlich erhöhen! Menschen aus unseren Partnerorganisationen wie zum Beispiel aus Papua-Neuguinea berichten uns schon heute von notwendigen Umsiedlungen, Überschwemmungen von Feldern und stärkeren Stürmen.“ Klimaschutz in Deutschland heiße für sie daher, Verantwortung in der Weltgemeinschaft zu übernehmen. Mindestens 40 Prozent Emissionsreduktionen bis 2020 heiße ganz konkret: „So schnell wie möglich alle Kohlekraftwerke abschalten und auch im Verkehr- und Landwirtschaftssektor endlich konkrete Taten zeigen.“ Gerade in Zeiten, in denen Länder wie die USA und andere Skeptiker den Klimaschutz in Frage stellen, sei dies für unsere Glaubwürdigkeit und Klimagerechtigkeit weltweit enorm wichtig.

Für Katja Breyer ist klar: „Der Klimawandel muss eingedämmt werden, damit zum Beispiel Menschen in Ostafrika nicht durch Dürre ihre Lebensgrundlage verlieren und in die Flucht getrieben werden. Deutschland und Europa müssen Klimaschutz umsetzen, die Emissionen massiv reduzieren und die Energiewende voranbringen. Das heißt vor allem, dass der Ausstieg aus der Kohle jetzt verbindlich begonnen wird. Als ‚Energiewendeland‘ kann Deutschland nicht gleichzeitig ‚Kohleland‘ bleiben. Jedes verlorene Jahr erschwert ein Umsteuern. Wir fordern von der Bundesregierung, dass sie einen sozialverträglichen Kohleausstieg beschließt."

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