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„Klimaneutralität bis 2050 muss der Maßstab sein!“

Die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) ist seit vergangenem Jahr offiziell als Beobachterorganisation akkreditiert und nimmt im Anschluss an die COP 24 nun auch an den Zwischenverhandlungen in Bonn teil.

In Bonn finden seit vergangener Woche die vom Weltklimasekretariat der Vereinten Nationen organisierten Zwischenverhandlungen statt. Vom 17. bis 27. Juni 2019 beraten Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft der Vertragsstaaten über die Konsequenzen der vergangenen Klimakonferenz COP 24 im polnischen Katowice (Polen) sowie die Ausgestaltung und Vorbereitung der COP 25, die im Dezember 2019 in Santiago de Chile stattfinden wird. Die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) ist seit vergangenem Jahr offiziell als Beobachterorganisation akkreditiert und nimmt im Anschluss an die COP 24 nun auch an den Zwischenverhandlungen in Bonn teil.

Die achtköpfige Delegation konzentriert sich dabei vor Ort insbesondere auf die weitere Vernetzung und Zusammenarbeit mit anderen Jugendorganisationen, dem Austausch mit Kooperationspartner*innen sowie die gemeinsame Teilnahme an den Verhandlungen und Veranstaltungen. „Gerade jetzt, wo die schon seit vielen Jahren bestehenden Forderungen der jungen Generation, sich stärker um den Klimaschutz zu kümmern, durch ‚Fridays for Future‘ besondere Aufmerksamkeit erfahren, ist eine starke Präsenz der Jugend auch bei den Verhandlungen unerlässlich“ sagt KLJB-Bundesvorsitzender Stephan Barthelme. „Das Pariser Klimaabkommen sowie die wichtigen Forderungen der Jugend müssen endlich auch Ausdruck und Maßstab jeglichen politischen Handelns werden. Das Thema Klimawandel ist zu wichtig, als es immer weiter aufzuschieben!“

Überprüfung der Klimaziele in regelmäßigen Abständen nötig
Die Zwischenverhandlungen konzentrieren sich im Kern auf drei Schwerpunkte. Einerseits geht es zentral um den Artikel 6 des Pariser Klimaabkommens, sprich den Regeln eines weltweit einheitlichen und wirksamen Emissionshandels. Weiterhin steht der IPCC-Sonderbericht, der auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse die Begrenzung des Temperaturanstiegs auf maximal 1,5 Grad fordert, im Zentrum der Diskussionen. Als dritter Schwerpunkt wird eine einheitliche und in kurzen Abständen stattfindende Berichterstattung durch die Vertragsstaaten zu den jeweiligen nationalen Klimaschutzziele (NDCs) diskutiert, da es hier durch Ungleichzeitigkeiten keine Vergleichbarkeit gibt. „Zeiträume bis zur nächsten Überprüfung der nationalen Klimaschutzziele von bis zu zehn Jahren sind definitiv zu lang. Der Temperaturanstieg schreitet kontinuierlich fort, da sind kurzfristige Anpassungen und regelmäßige Überprüfungen enorm wichtig“, unterstreicht KLJB-Bundesvorsitzender Stephan Barthelme. „Der Klimawandel wartet nicht!“

Im Rahmen einer Pressekonferenz hat sich die KLJB gemeinsam mit anderen bei den Zwischenverhandlungen anwesenden Jugendvertreter*innen den Fragen aus dem Plenum gestellt und über die Forderungen der verschiedenen Jugendorganisationen aus Deutschland informiert. Veronika Regler (Diözesanverband Augsburg) vertrat hier die KLJB und appellierte an die deutsche Bundesregierung, dass auf nationaler Ebene immer noch viel zu wenig passiere. Es gebe weiterhin kein erkennbares Gesamtkonzept, sodass die Klimaschutzziele 2020 verfehlt werden. Um zumindest die Klimaziele 2030 zu erreichen, müsse endlich ein ambitioniertes Klimaschutzgesetz auf den Weg gebracht werden – auf jeden Fall noch in diesem Jahr.

Europäischer Rat sendet zeitgleich fatales Zeichen aus
Auch Papst Franziskus hat erst kürzlich die Dringlichkeit im Klimaschutz deutlich gemacht. Im Austausch mit internationalen Finanzministern unterstrich er, dass nicht Einzelinteressen von Unternehmen im Vordergrund stehen dürfen, sondern man im Sinne einer Welt mit einem gemeinsamen Ziel denken und das Pariser Klimaabkommen umsetzen solle. Dem entgegensteht, dass auf europäischer Ebene zeitgleich zu den Zwischenverhandlungen die Verständigung auf das Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2015 im Europäischen Rat vorläufig gescheitert ist. „So kann verantwortungsvolle Klimaschutzpolitik nicht aussehen. Anstatt zu signalisieren, dass Klimaschutz weiterhin nicht das drängendste politische Thema für die Europäische Union ist, müssten die politisch Verantwortlichen gerade an die Adresse der jungen Generation endlich ein Zeichen setzen, dass sie verstanden haben, worum es geht. Das geht allerdings nicht durch Sonntagsreden, sondern nur durch konkretes politisches Handeln, in dem Fall durch die Anpassung der EU-Klimaziele,“ betont Stephan Barthelme.

Die KLJB-Delegation wird die weiteren Verhandlungen und Entwicklungen auch in der zweiten Woche bis zum Ende der Verhandlungen weiter verfolgen. „Je konkreter die Ergebnisse werden, desto mehr Möglichkeiten erwachsen für den weiteren klimapolitischen Prozess sowohl auf der nächsten Weltklimakonferenz COP 25 in Chile als auch auf nationaler Ebene. Insbesondere als Ausrichter der Zwischenverhandlungen muss gerade Deutschland seine Vorreiterrolle im Klimaschutz zurückgewinnen und eine Paris-kompatible Politik aktiv vorantreiben“, fasst Bundesvorsitzender Stephan Barthelme zusammen.

Quelle: Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) e.V.

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Stephan Barthelme

Katholische Landjugendbewegung Deutschland
Bundesvorsitzender
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