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Mehr ‚Wumms‘ für eine soziale, gesündere und klimagerechte Gesellschaft: Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Merkel

Die Klima-Allianz Deutschland hat am 23. Juni 2020 per Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gesprochen. Vertreter*innen aus der Breite der Mitgliedschaft machten deutlich, dass Klimaschutz, Gesundheit und soziale Fragen stärker zusammengedacht werden müssen. In vielen gesellschaftlichen Bereichen ist ein Wandel zu erkennen.

Das Treffen mit der Kanzlerin fand in einer Zeit statt, in der die Welt auf die größte Wirtschaftskrise seit 1929 zusteuert. Noch ist der weltweite Höhepunkt an Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 nicht erreicht. Schon über 100 Entwicklungsländer haben Notfallkredite beim Internationalen Währungsfonds angefragt – erste Länder stehen vor dem Bankrott. Die Mitglieder der Klima-Allianz Deutschland betonten gegenüber der Kanzlerin, dass Entwicklungsländer weitreichende Unterstützung brauchen. Beim Petersberger Klimadialog hatte Merkel bestätigt, dass Deutschland die 2015 versprochenen 4 Mrd. Euro an Klimafinanzierung im Jahr 2020 bereitstellen wird. Aber nationale Konjunkturpakete stehen in keinem Verhältnis zur bereitgestellten Unterstützung für Entwicklungsländer – deutlich mehr ist notwendig.

Mit Blick auf die EU-Ratspräsidentschaft, die Deutschland ab dem 1. Juli 2020 innehat, forderten die Verbände die Bundeskanzlerin auf, Klimaschutz zu einer Priorität zu machen. Eine erfolgreiche Umsetzung des European Green Deal, die Anhebung des EU-Klimaziels noch dieses Jahr und die Einführung eines EU-Klimaschutzgesetzes sind dabei zentral. Um einen Beitrag zur Bewältigung der weltweiten Folgen der Coronakrise und der Klimakrise zu leisten sowie zur Stärkung des Multilateralismus sollte Deutschland im Rahmen der Ratspräsidentschaft ein neues Klimafinanzierungsziel bis 2025 ankündigen. Es gelte zu verhindern, dass die Klimakrise weitere Gesundheitskrisen verursacht, so die Mitglieder der Klima-Allianz Deutschland.

Im Bereich nationale Klimapolitik kamen das kürzlich beschlossene Konjunkturprogramm, die Wasserstoffstrategie und der stockende Ausbau der Erneuerbaren Energien zu Sprache. Die Mitglieder der Klima-Allianz Deutschland wiesen die Kanzlerin darauf hin, dass die Klimaziele 2030 im Gebäudebereich mit den bisher geplanten Maßnahmen nicht zu erreichen sind, Sanierungen aber ein guter Konjunkturmotor sind.

An dem Gespräch mit Bundeskanzlerin Merkel nahmen teil:

  1. Dr. Christiane Averbeck, Geschäftsführerin Klima-Allianz Deutschland
  2. Eberhard Brandes, Geschäftsführer WWF
  3. Antje von Broock, Bundesgeschäftsführerin Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Sprecherin der Klima-Allianz Deutschland
  4. Robert Feiger, Vorsitzender IG BAU
  5. Sylvia Hartmann, Stv. Vorsitzende Deutsche Allianz für Klima und Gesundheit (KLUG)
  6. Marion Lieser, Geschäftsführerende Vorstandsvorsitzende Oxfam Deutschland
  7. Monika von Palubicki, Stv. Vorsitzende Katholische Frauen Deutschlands (kfd)
  8. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband
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Dr. Christiane Averbeck

Geschäftsführerin
christiane.averbeck@klima-allianz.de
Telefon: 030/780 899 510