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MISEREOR: Klimakonferenz muss vom Hoffnungsträger zum Lebensretter werden

Vom 3. bis 14. Dezember 2018 findet im polnischen Kattowitz die 24. Weltklimakonferenz statt (COP24). MISEREOR nimmt als Beobachter teil und setzt sich gemeinsam mit Partnern aus aller Welt dafür ein, dass Klimapolitik den Ärmsten der Armen dient, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind, aber am wenigsten dazu beigetragen haben.

Schon heute leiden weltweit Millionen Menschen unter den Folgen des Klimawandels. "Die Welt befindet sich mitten in epochalen Veränderungen der Umwelt. Angesichts der Dringlichkeit dieser Klimakrise und ihrer heutigen und zukünftigen Betroffenen ist es dringend geboten, das Pariser Klimaabkommen durch ein ambitioniertes Regelbuch und dessen Umsetzung vom Hoffnungsträger zum Lebensretter zu machen", fordert MISEREOR Klima-Expertin Anika Schroeder.

Entwicklungsländer benötigen die verlässliche Aussicht auf ausreichend finanzielle und technische Unterstützung bei Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel, welche die Verhandlungen in Polen nun liefern müssen. Der Umgang mit nicht mehr abwendbaren Schäden und Verlusten muss endlich einen festen und angemessenen Verhandlungsraum erhalten.

"Erfolgreiche Verhandlungen in Polen sind nötig, um Vertrauen in den Handlungswillen aller zu stärken. Das Versteckspiel hinter der Untätigkeit der Anderen muss endlich aufhören", so MISEREOR-Klima-Expertin Kathrin Schroeder. Alle Staaten müssen ihre eigenen Klimaziele endlich auf die Notwendigkeit ausrichten, die globale Erderhitzung auf 1,5 °C zu begrenzen. Die Optionen liegen auf dem Tisch und müssen nur eingesetzt werden. Doch Deutschland kommt dieser Verantwortung bei Weitem nicht nach. „Es ist begrüßenswert, dass die Bundesregierung gerade angekündigt hat, 1,5 Milliarden Euro in den grünen Klimafonds zu geben. "Es reicht aber nicht aus, mit vollen Taschen anzureisen, wenn die Hände durch eine Verschleppung der Kohlekommission und die Verfehlung der eigenen 2020 Ziele leer sind", betont Kathrin Schroeder.

Gleichwohl ist – wie Papst Franziskus deutlich macht – klar, dass wir uns mitten in einer "komplexen sozio-ökologischen Krise" befinden, welche einen ganzheitlichen Zugang benötigt, um die Armut zu bekämpfen, den Ausgeschlossenen ihre Würde zurückzugeben und sich zugleich um die Natur zu kümmern.

"Bei der Anpassung und Bewältigung des Klimawandels dürfen die Betroffenen nicht allein gelassen werden", betont die MISEREOR- Expertin Städtische Armut und Urbane Klimapolitik Almuth Schauber. Die Unterstützung muss bei den Ärmsten der Armen ankommen und ihre Rechte gewahrt bleiben. "Es darf nicht sein, dass Armensiedlungen gewaltsam und ohne Entschädigung weichen müssen, um Industriegebiete vor dem steigenden Meeresspiegel zu schützen". Das Pariser Abkommen bietet mit dem Verweis auf Menschenrechte einen guten Rahmen, um dies zu verhindern. MISEREOR erinnert die Regierungen in Polen daran, dies in der Praxis zu berücksichtigen.

MISEREOR vor Ort

MISEREOR ist Beobachter bei den Klimaverhandlungen und setzt sich seit über 10 Jahren mit seinen Partnern aus aller Welt dafür ein, dass lokale, nationale und internationale Klimapolitik denen dient, die am meisten vom Klimawandel betroffen sind, aber am wenigsten dazu beigetragen haben. So zeigt MISEREOR Zusammenhänge zwischen Klimawandel, Hunger und Gerechtigkeit auf.

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