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MISEREOR zum Welttag des Lichts: Solarenergie als Lebensretter

(Aachen, 15.05.2020) Geburten, die mit Petroleumlampen stattfinden müssen, fehlende Medikamente, weil es keine Kühlschränke gibt: Zum Welttag des Lichts macht MISEREOR auf die immer noch prekäre Stromversorgung in vielen Ländern des Südens aufmerksam. Gleichzeitig zeige sich jedoch, wie positiv sich die Investitionen zivilgesellschaftlicher Akteure der vergangenen Jahre auswirkten, betont Kathrin Schroeder, MISEREOR-Referentin für Energie und Klima.

"Wir haben mit vielen Partnern zusammengearbeitet, die in Dörfern Solaranlagen installiert haben. Die Bevölkerung profitiert davon enorm. Jetzt müssen auch die Rahmenbedingungen in den Ländern verbessert werden, damit diese Anlagen nachhaltig betrieben werden können und die Staaten weiter investieren."

Eine besonders schlechte Energieversorgung hat die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo). Nach jüngeren Schätzungen und Daten der Initiative "Sustainable Energy for all" verfügen zwischen 5 bis 14 Prozent der Gesamtbevölkerung über Zugang zu Strom – auf dem Land, wo die Mehrheit der Kongolesinnen und Kongolesen lebt, sind es allerdings weniger als ein Prozent. Besonders gravierend wirkt sich dies im Gesundheitssektor aus. Dort sorgen von MISEREOR finanzierte Solarenergieanlagen nun jedoch für Hoffnung, wie Renate Leyens, die bei MISEREOR für inhaltliche Projektbegleitung zuständig ist, berichtet: "Nach der Ebola-Epidemie macht die Corona-Krise in der Demokratischen Republik Kongo einmal mehr deutlich, wie wichtig ein funktionierendes Gesundheitssystem ist. Die Krankenhäuser und Gesundheitszentren, in denen bereits eine Solarenergieanlage installiert ist, stehen eindeutig besser da: Dort ist nun für eine sichere, unabhängige Stromversorgung gesorgt."

Die Zentren werden sicherer

In diesen Einrichtungen gebe es qualifiziertes Personal, Medikamente und Impfstoffe stünden zur Verfügung, die Patientinnen und Patienten könnten mit besseren Möglichkeiten behandelt werden. Die Effekte gingen jedoch weit darüber hinaus, meint Leyens: "Ganze Regionen verfügen dank der Solarpanels über Strom. Da die Krankenhäuser und Gesundheitszentren durch die Beleuchtung sicherer geworden sind und die Überfälle und Diebstähle abgenommen haben, kommen nun viel mehr Patientinnen und Patienten. Für ihre Angehörigen, die sie pflegen, besteht wiederum die Möglichkeit, sich besser zu orientieren und zu kümmern." Ein positiver Nebeneffekt: Es sind größtenteils Frauen und Kinder, die dort behandelt werden. Jetzt entscheiden sich mehr von ihnen dazu, ärztlichen Rat in Anspruch zu nehmen. Es bleibt deshalb zu hoffen, dass die Mütter- und Kindersterblichkeitsrate – die im Kongo zu einer der höchsten weltweit zählt – weiter abnehmen wird.

Fortbildung und Schutzkleidung
Bereits in fünf Diözesen im ganzen Land werden in den Gesundheitszentren und Krankenhäusern mit Unterstützung von MISEREOR Schritt für Schritt Solaranlagen installiert. Dass die Menschen eine sichere Anlaufstelle haben und wissen, wo sie im Zweifelsfall hinkönnen, wirke sich in der aktuellen Corona-Krise positiv aus, erklärt Renate Leyens: "Durch ihren guten Ruf erreichen unsere Partner im Gesundheitssektor mit ihrer Aufklärungsarbeit zu COVID-19 viele Menschen, da diese Vertrauen in die Einrichtungen haben und ihren Verhaltensempfehlungen folgen." Neben der Aufklärungskampagne werden in den Gesundheitszentren aktuell das Personal fortgebildet und Schutzkleidung hergestellt. Nur dank der Solarenergieanlagen sei vieles in dieser Form überhaupt erst möglich, so die MISEREOR-Mitarbeiterin.

Zum Welttag des Lichts wünscht sich nicht nur sie, dass der Ausbau von Solarenergie und der Anschluss entlegener Regionen an das Stromnetz weiter voranschreitet. Auch die MISEREOR-Referentin für Energie und Klima, Kathrin Schroeder, betont: "Wir haben viele positive Projektbeispiele zu dem Thema. In Indien zum Beispiel bildet ein Partner von uns insbesondere Frauen in der Instandhaltung und Herstellung von Solarlampen aus, wodurch ganze Familien und Dörfer nun nicht mehr im Dunkeln sitzen. Wir hoffen, dass dies in Zukunft von der Ausnahme zur Regel wird."

Fotos zum Thema können Sie unter folgendem Link downloaden: https://my.hidrive.com/share/42e1rd713m

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Kathrin Schroeder

Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR e.V. 
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