Schnelles Handeln für Klimaschutz und saubere Luft notwendig

Klimawandel und Luftverschmutzung haben gemeinsame Ursachen und schaden damit mehrfach der Gesundheit. Darauf weist die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) angesichts des Internationalen Tages für die Luftreinhaltung (International Day of Clean Air for Blue Skies) hin.

Um das größte umweltbedingte Risiko für die Gesundheit zu senken, haben Gesundheitsexpert*innen sechs Handlungsempfehlungen veröffentlicht.

Die Verbrennung fossiler Energien in Haushalten, dem Industrie- und Energiesektor, sowie dem Verkehr befördern nicht nur die Erderwärmung, sondern auch schlechte Luftqualität. Feinstaub, Stickoxide (NOx), Ozon, Ruß und Quecksilber führen zu vorzeitigen Todesfällen, einer Zunahme von Herz-Kreislauf-, Atemwegs- und Krebserkrankungen. Emissionen aus der Industriellen Landwirtschaft und Tierhaltung tragen ebenfalls zur Krankheitslast bei.

In Deutschland, Europa und global ist Luftverschmutzung das größte umweltbedingte Risiko für die Gesundheit. Laut Schätzungen führt schlechte Luftqualität in Deutschland zu 70.000 – 125.000 vorzeitigen Todesfällen jährlich. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sterben jedes Jahr 7 Millionen Menschen weltweit durch Feinstaub und andere Luftschadstoffe.

Neue Studien zeigen Gesundheitsschäden bei Kindern auch bei niedrigen Schadstoffkonzentrationen und verweisen auf Schäden für die gesunde Entwicklung von Kindern, die bereits im Mutterleib beginnen können. Die Folgen zeigen sich oft erst Jahrzehnte später und bedingen ein lebenslang erhöhtes Risiko für chronische Krankheiten.

Diese Gesundheitslast durch menschenverursachte Luftverschmutzung ist weitgehend vermeidbar.

Die AG Saubere Luft von KLUG, einem Netzwerk von Einzelpersonen, Organisationen und Verbänden aus dem Gesundheitsbereich, hat sechs Empfehlungen erarbeitet, mit denen kurz- und langfristig die Luftqualität verbessert werden kann. Dazu gehören die Anpassung der aktuellen Luftqualitäts-Grenzwerte an die WHO-Empfehlungen und aktuelle Studien; der Einbezug aller Schadstoffe in Luftqualitätsmaßnahmen und – management (Ultrafeinstaub, Ruß, Quecksilber, Ammoniak); die finanzielle Förderung derjenigen Maßnahmen und Technologien mit dem größten Mehrwert für Gesundheit, Klimaschutz und Luftqualität; der Abbau aller Subventionen, die Klima, Umwelt, Luftqualität und Gesundheit schädigen; die Einführung von Steuer- und Preissystemen, die die reellen Gesundheits- und Umweltkosten widerspiegeln und sozial gerecht sind; sowie Analysen und Einbeziehung der Gesundheitskosten und -vorteile für alle Maßnahmen im Bereich der Luftqualität und des Klimaschutzes, auch um mögliche gesundheitsschädliche Auswirkungen und Zielkonflikte von umweltpolitischen Maßnahmen zu vermeiden.

Immer mehr Gesundheitsorganisationen und -expert*innen weisen auf den Zusammenhang zwischen Klimakrise, Luftverschmutzung und Gesundheitsauswirkungen hin. Das Positionspapier der AG Saubere Luft leitet aus diesen Zusammenhängen Handlungsempfehlungen ab, die Gesundheit, Luftverschmutzung, Umweltkrise und Klimaschutz in Ihren Wechselbeziehungen adressieren. Angesichts der bedrohlichen Krisen und ihrer Risiken für die Gesundheit haben Ärzt*innen und der Gesundheitssektor eine gesellschaftliche und berufliche Verantwortung für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und intakter Ökosysteme (planetare Gesundheit), von denen Gesundheit, Wohlergehen und wirtschaftliche Prosperität entscheidend abhängen und die von der Klima- und Umweltkrise existenziell bedroht sind. 

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Martin Wilmen

kontakt@klimawandel-gesundheit.de

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