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Stunde der Wahrheit. Mehr als eine Million Menschen fordern grüne Investitionen von der EU

Berlin, 14. Mai 2020. Mehr als eine Million Menschen in ganz Europa fordern die Europäische Union auf, ihre Wirtschaft mit einem grünen und nachhaltigen Investitionsprogramm wieder anzukurbeln. Die Abgeordneten*innen des Europa-Parlaments werden am morgigen Freitag ein Meinungsbild abgeben, wie ein EU-Wiederaufbaufonds, der sogenannte Recovery Plan, aussehen und wie dieser finanziert werden soll. Der Entwurf des Recovery Plan wird voraussichtlich am 20. Mai 2020 von der Kommission vorgestellt.

Der WWF fordert die Abgeordneten*innen im Europa-Parlament auf, die Weichen jetzt auf einen nachhaltigen Investitionsfonds zu stellen. Bisher haben sich mehr als 1,2 Millionen Menschen aus der ganz Europa in Petitionen von avaaz, SumOfUs, WeMove Europe und dem WWF für diesen Weg ausgesprochen und damit die Forderung nach einem mutigen, grünen Aufschwung in Europa unterstützt.
 
Martin Bethke, Geschäftsführer Unternehmen und Märkte beim WWF Deutschland, sagt: „Kanada hat in dieser Woche den Weg aufgezeigt. Kanadische Unternehmen erhalten Milliarden-Hilfen, die aber an Klimaziele geknüpft sind. Die kanadische Regierung fordert, dass die Unternehmen sich zu ökologischen Nachhaltigkeitszielen verpflichten und transparent ihren unternehmerischen Einfluss auf die Umwelt und dem Klima offenlegen. Ein starkes Signal in Richtung Europa. Es geht also.“
 
„Auch die Wiederaufbaupläne der EU müssen das Wohlergehen von Mensch, Natur und Klima in den Mittelpunkt stellen. Alle Investitionen zur Ankurbelung der Wirtschaft müssen von sozialen, ökologischen und klimapolitischen Zielen der Unternehmen abhängig gemacht werden. Das schließt Investitionen in umweltverschmutzende Industrien wie Öl, Kohle, Chemikalien, Autos und Fluggesellschaften aus. Zumindest solange diese Industriesektoren keine Pfade für einen klimaneutralen Strukturwandel entwickeln. Unternehmen müssen sich Ziele setzen, um widerstandsfähiger und nachhaltiger für Krisen zu werden. Das Europa-Parlament kann jetzt den ersten Anschub setzen“, sagt Martin Bethke.  
 
Hintergrund

In dem Positionspapier „Ziele – Pfade – Transparenz: Mit nachhaltigem Wirtschaftswachstum aus der Krise“ hat der WWF Ansätze entwickelt, wie die Transformationswirkung von Konjunkturhilfen zielführend, nachhaltig, und transparent gestaltet wird.
 

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Viviane Raddatz

WWF Deutschland
Energiepolitik und Klimaschutz
viviane.raddatz@wwf.de
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