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US-Regierung isoliert sich im Kampf gegen die Klimakrise

G7-Gipfel: Germanwatch begrüßt klare Distanzierung der G6 vom fossilen Kurs der Trump-Administration

Berlin/Bonn (9. Juni 2018). Germanwatch begrüßt, dass beim G7-Gipfel die fundamentalen Differenzen zwischen der US-Regierung und den anderen Staaten nicht durch Formelkompromisse übertüncht worden sind. Das Klimakapitel der G7 endet mit einer klaren Kampfansage der G6 an eine von Präsident Trump in die Selbstisolation geführte US-Regierung. Im Abschlussdokument erneuern die G6 - also Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und die EU-Kommission sowie Kanada und Japan - ihre Verpflichtung zur Umsetzung des Paris-Abkommens sowie der Bereitstellung der notwendigen Klimafinanzierung. Ein Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas in diesem Jahrhundert steht dabei im Zentrum. Die USA hingegen kündigen in diesem Dokument an, mit allen Staaten zusammenzuarbeiten, um fossile Energien - also Kohle, Öl und Gas - "sauberer und effizienter" zu nutzen. "Der weitere Ausbau der fossilen Energien wäre mit dem Ziel des Paris-Abkommens, einen im großen Maß gefährlichen Klimawandel zu vermeiden, nicht vereinbar", betont Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. Bis Mitte des Jahrhunderts müsse der Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas gelungen sein, wenn die Temperaturziele von Paris eingehalten werden sollen. 

Bals weiter: "Während der US-Präsident immer deutlicher macht, dass er die letzte Abwehrschlacht der fossilen Energien weltweit organisieren will, haben die G6-Staaten einigermaßen entschieden dagegen gehalten, obwohl sie wegen des Handelsstreits mit den USA und insbesondere im Fall von Japan wegen der Friedensgespräche mit Nordkorea unter enormem Druck stehen." Die EU und insbesondere Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien müssten nun zeigen, dass sie für Klimaschutz und Multilateralismus kämpfen. "Die EU kann die Verschärfung der Ziele für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz für das Jahr 2030 bereits am Montag beschließen. Bislang blockieren aber vor allem Polen und Deutschland", so Bals. "Auch die Anpassung des Langfristziels - Treibhausgasneutralität bis 2050 - steht bereits auf der Agenda.  Außerdem muss es sehr bald ein deutliches Signal für die Umsetzung der notwendigen Verdopplung der internationalen Klimafinanzierung  geben."

Hinweis: Diese Pressemitteilung basiert auf dem zu Ende verhandelten Klima- und Energiekapitel der Abschlusserklärung. Formal verabschiedet ist diese aber erst mit der Abschluss-PK des Gipfels, die zum Zeitpunkt der Fertigstellung dieser PM noch nicht stattgefunden hatte.

Kontakt für Medien:
Stefan Küper
Pressesprecher Germanwatch

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