Weltverbrauchertag: BUND fordert Halbierung des Fleischkonsums

Anlässlich des Weltverbrauchertags am 15. März fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gezielte Strategien, um den Fleischkonsum um mindestens die Hälfte zu reduzieren und die Fleischproduktion grundlegend umzubauen.

„Der zu hohe Pro-Kopf-Konsum von Fleisch und Milchprodukten in Deutschland befeuert die Auswirkungen der Klimakrise, denn schon jetzt verursacht die Tierhaltung weltweit 14,5 Prozent der globalen Emissionen, sagt Katrin Wenz, BUND-Agrarexpertin. „Zudem befördert die Fleischproduktion den globalen Artenschwund massiv.“
Im vergangenen Jahr, als viele Menschen wegen der Corona-Lockdowns selber kochten, sank in Europa die Nachfrage nach Fleisch um 2,3 Prozent. Die Nachfrage nach Bio-Produkten stieg hingegen stark. Der BUND fordert die Bundesregierung auf, diesen Trend weiter zu unterstützen und eine ernährungspolitische Strategie zu entwickeln.
Wenz: „Die Agrarwende kann nur gelingen, wenn sie von einer sozial-ökologischen Ernährungswende begleitet wird. Das heißt: weniger tierische Lebensmittel essen, saisonale und regionale Produkte bevorzugen und immer öfter zu Bio-Lebensmitteln greifen – für mehr Tierwohl, im Sinne unserer eigenen Gesundheit und im Interesse der Umwelt. Werbung für Billigfleisch muss endlich verboten werden. Stattdessen braucht es attraktivere vegetarische Angebote. Der Staat muss die  Menschen dabei unterstützen, sich gesund und mit weniger tierischen Produkten zu ernähren.
Aufgabe der Bundesregierung ist es, sowohl die rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen als auch mit gutem Beispiel bei der öffentlichen Beschaffung voranzugehen. Wenz: „Die Politik darf die Verantwortung für umwelt- und tierwohlorientierten Konsum nicht den Verbraucherinnen und Verbrauchern allein zumuten.“ Öffentliche Einrichtungen wie Kantinen, Mensen, aber auch Caterings müssen den Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung folgen.
Wenz: „Gegenwärtig gehören Fleisch- und Milchprodukte zu den Lebensmitteln, die mit einem reduzierten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent belegt werden, da Ende der 60er Jahre allen Bürgerinnen und Bürgern der Konsum tierischer Nahrungsmittel ermöglicht werden sollte. Eine Vergünstigung dieser Produkte ergibt in Zeiten des überhöhten Konsums keinen Sinn mehr.“
Der BUND setzt sich für eine mengenbezogene Tierwohlabgabe ein, mit der der Umbau der Tierhaltung finanziert werden soll. Gleichzeitig muss eine Verteuerung von Fleisch jedoch sozialpolitisch flankiert werden. Um einkommensschwache Familien durch diese Abgabe nicht noch stärker zu belasten, ist etwa eine Anhebung der Hartz-IV-Sätze unbedingt notwendig.


Mehr Informationen:
Zahlen und Fakten zu Fleischkonsum und vielen anderen Themen finden Sie im aktuellen Fleischatlas.

 

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Antje von Broock

Bundesgeschäftsführerin Politik und Kommunikation

antje.von.broock@bund.net