Weltweit klimagerecht bauen: Building Sense Now und MISEREOR kooperieren für Wissensaustausch

Die globale Initiative Building Sense Now und MISEREOR, das Werk für Entwicklungszusammenarbeit, arbeiten künftig zusammen. Ziel der Kooperation ist es, länderspezifisches Fachwissen zu klima- und kulturgerechtem Bauen weltweit zugänglich und direkt anwendbar zu machen. Konkret geplant ist eine digitale Veranstaltungsreihe mit Praxisbeispielen aus Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika. Der Startschuss zu diesen kostenlosen „Master Classes“ fällt am 15. Juli. Bis Ende August läuft zudem die Bewerbungsphase für die "Building Sense Now Global Awards".

Gesucht sind Kreative, die sich mit innovativen Architektur- und Designansätzen dem Klimawandel und seinen Herausforderungen stellen. Building Sense Now ist eine 2017 gegründete Initiative, die von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V. unterstützt wird.

"Mit der Initiative Building Sense Now wollen wir ein neues Architekturverständnis etablieren – weg von einer globalen Vereinheitlichung hin zu Gebäuden und Städten, die sich sinnvoll in die jeweilige Klimazone und Kultur einfügen", sagt Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB und Mitinitiatorin von Building Sense Now. Das globale Netzwerk gleichgesinnter Architektinnen und Architekten sieht im klima- und kulturgerechten Bauen einen wesentlichen Hebel, um dem Klimawandel und der Verknappung von Rohstoffen entgegenzuwirken. "Gemeinsam mit MISEREOR wollen wir jetzt Kräfte bündeln und in einer digitalen Veranstaltungsreihe direkt anwendbares Fachwissen zu lokal sinnvollen Bauweisen weltweit verfügbar machen."

MISEREOR unterstützt Menschen weltweit dabei, Bauprojekte mit den vor Ort vorhandenen Möglichkeiten, traditionellen Methoden und Ressourcen zu realisieren. "Viele unserer Partnerorganisationen haben hier eine große Expertise und jahrelange Erfahrung", erklärt MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel. "Unsere Erfahrungen zeigen allerdings, dass zum Beispiel gesetzliche Vorschriften in vielen Ländern den Bau mit lokal verfügbaren Materialien erschweren." Zu Unrecht gebe es immer wieder Vorbehalte gegenüber dem Bauen mit Erde, Holz oder Bambus, vor allem in städtischen Kontexten. In der Kooperation mit Building Sense Now sieht der MISEREOR-Hauptgeschäftsführer eine gute Möglichkeit, diesen Bedenken entgegenzuwirken: "Es ist wichtig, möglichst breit bekannt zu machen, welch großes Potential in Bauweisen steckt, die traditionell vor Ort verankert sind. Sie verbrauchen zum Beispiel deutlich weniger Energie in der Herstellung als Stahl, Beton oder Zement und sorgen gleichzeitig für ein gutes Wohnklima."

Master Classes mit Beiträgen aus verschiedenen Kontinenten

Im Fokus der gemeinsamen Master Classes stehen Praxisbeispiele und Erfahrungsberichte über Bauprojekte in unterschiedlichen Klimazonen weltweit. Es referieren Bauexpertinnen und -experten aus den Netzwerken von MISEREOR und Building Sense Now. Neben Impulsvorträgen ist viel Raum für Austausch und Fragen geplant. Die ein- bis zweistündigen Veranstaltungen sind kostenlos und finden auf Englisch oder mit englischen Untertiteln statt.

Zum Start der Master Classes am 15. Juli geben Dr. Christine Lemaitre und Prashant Kapoor als Initiatoren von Building Sense Now eine Einführung zur Vision der Initiative. Darauf folgt am 27. Juli ein Vortrag der für ihre Lehmbauten bekannten und ausgezeichneten Architektin Anna Heringer. Im August und September geht es weiter mit klimagerechtem Bauen in Lateinamerika und Nigeria sowie Lowtech-Strategien und Bauen mit lokalen Baustoffen in Delhi. Das vollständige Jahresprogramm und die Möglichkeit zur Anmeldung finden sich auf www.buildingsensenow.com/events/.

Bewerbungsstart für die Building Sense Now Global Awards

Ebenfalls im Juli startet die Bewerbungsphase für die zweiten Building Sense Now Global Awards. Gesucht werden Bauschaffende weltweit, die den ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen mit klimaangepassten und kultursensiblen Designlösungen begegnen und die Transformation der Bau- und Immobilienbranche im Sinne nachhaltiger Entwicklung vorantreiben. Bis Ende August ist die kostenlose Bewerbung und Teilnahme noch möglich. Die Preisverleihung findet im November im Zuge der Weltklimakonferenz in Glasgow statt. Einreichungen und weitere Informationen gibt es ebenfalls unter www.buildingsensenow.com.

 

Pressesstelle
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Kathrin Schroeder

Abteilung Politik und Globale Zufkunftsfragen

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