Internationale Klimapolitik Klimapolitik

„Zeit zu Handeln!“ bleibt nicht mehr viel!

In wenigen Tagen beginnt die 25. Klimakonferenz der Vereinten Nationen. Die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) wird als offizielle Beobachter*innenorganisation an der Konferenz teilnehmen und hat klare Vorstellungen davon, welches Zeichen von Madrid ausgehen soll.

Die achtköpfige KLJB-Delegation wird sich auf der Konferenz aktiv einbringen und die zahlreichen Möglichkeiten der Vernetzung und des Austausches nutzen. Verschiedene Veranstaltungen bieten der Delegation die Möglichkeit, die Sicht und Stimme der KLJB einzubringen und die Verhandlungen zu verfolgen. „Das offizielle Motto der COP 25, ‚Tiempo de Actuar – Zeit zu handeln!‘, darf auf keinen Fall den Anschein erwecken, man könne sich weiter Zeit lassen mit dem Klimaschutz. Nach Verabschiedung des Regelbuches im polnischen Kattowitz im vergangenen Jahr muss diese COP ihrem Motto gerecht werden und Ergebnisse liefern. Die Zeit drängt!“, sagt KLJB-Bundesvorsitzender Stephan Barthelme. „Die Nationalen Klimaschutzbeiträge (NDCs) müssen weltweit kurzfristig angehoben werden, um das Pariser Klimaabkommen und das 1,5 Grad-Ziel halten zu können. Für uns als KLJB ist das insbesondere auch eine Frage der Generationen- und Klimagerechtigkeit.“

Höheres Ambitionsniveau in der Europäischen Union nötig

Im Kontext der Weiterentwicklung der nationalen Klimaziele sind auch in der Europäischen Union weitere klimapolitische Signale erforderlich.

„Um das Ziel der Treibhausgasneutralität bis zum Jahr 2050 zu erreichen, müssen auch die Klimaschutzziele für das Jahr 2030 deutlich nachgebessert werden“, erläutert KLJB-Bundesvorsitzender Stephan Barthelme die Forderungen der KLJB.

„Bisher ist eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 40 % gegenüber dem Stand von 1990 beschlossen. Stattdessen müssten mindestens 55 % bis zum Jahr 2030 reduziert werden.“ In diesem Kontext bleiben auch der sogenannte „Green Deal“ und seine finale Ausgestaltung abzuwarten. In Deutschland hat sowohl das Klimapaket als auch das nun verabschiedete Klimaschutzgesetz für viele ein zu schwaches Zeichen gesendet. An die ehemalige Vorreiter*innenrolle im Bereich Klimaschutz wird auch durch die neuesten Entscheidungen der Bundesregierung nicht angeknüpft.

Finanzieller Ausgleich für Schäden und Verlust gefordert

Das Thema Anpassung an den Klimawandel erfährt bereits viel Aufmerksamkeit und es werden finanzielle Ressourcen zur Gestaltung aufgewendet. Die Frage nach Schäden und Verlusten wurde bisher allerdings zu stark vernachlässigt. Daher muss neben den NDCs auch dieser Aspekt in Madrid im Fokus stehen. 

„Insbesondere für uns im Globalen Norden als größte CO2-Emittenten ist es eine Frage der Verantwortung, arme und schwache Regionen im Globalen Süden, die besonders vom Klimawandel betroffen sind, mit dessen Folgen nicht allein zu lassen. Es gehört zur Klimagerechtigkeit dazu, dort im Sinne des Verursacher*innenprinzips zu helfen.“ Als drittes großes Thema wird Artikel 6 des Pariser Klimaabkommens weiter verhandelt, zu dem es in Kattowitz zu keiner Einigung kam: So umschreibt Artikel 6 den Bereich von Marktmechanismen und einem möglichen Emissionshandel zwischen Staaten. „Ein System für einen weltweiten Emissionshandel muss kommen – ohne dieses werden wird den Klimawandel nicht stoppen können“, bekräftigt Stephan Barthelme.

Vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten auf der Klimakonferenz

Die KLJB-Delegation hat im Laufe der nächsten zwei Wochen die Chance, an einer Vielzahl von Veranstaltungen teilzunehmen. So findet am 06. Dezember 2019 der „Marcha por el Clima“, die offizielle Demo zur COP 25 vor Ort statt.

Die Demonstration bildet ebenfalls den Start eines alternativen Gipfels der Zivilgesellschaft, der parallel zu den offiziellen Verhandlungen in Madrid stattfindet. „Insbesondere die Zivilgesellschaft hat dieses Jahr ein starkes Zeichen für das Klima gesetzt.

Der globale Klimastreik im September wie die Neuauflage am morgigen 29. November 2019 sind Ausdruck der Entschlossenheit der Zivilgesellschaft, für das Klima einzutreten. Andererseits zeigt sich darin auch die Frustration wegen der bisherigen viel zu geringen politischen Konsequenzen. Von der COP 25 muss der gemeinsame Wille ausgehen, den Klimawandel als Weltgemeinschaft wirklich stoppen zu wollen und dieses dann durch eine gemeinschaftliche Kraftanstrengung auch in der jeweiligen nationalen Politik abzubilden“, fasst Bundesvorsitzender Stephan Barthelme schlussfolgernd zusammen.

Zurück

Katharina Knierim

Katholische Landvolkbewegung
Deutschlands
Geschäftsführerin
bundesstelle@klb-deutschland.de
Telefon: 02224 710 31