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13.06.2018

Klimaschutzbericht: Regierung muss endlich umsteuern

Heute veröffentlichte die Bundesregierung ihren Klimaschutzbericht 2017, der eine Lücke von acht Prozentpunkten zum Erreichen des 2020-Klimaziels projiziert. Statt die CO2-Emissionen wie geplant um 40 Prozent zu reduzieren, wird Deutschland demnach nur 32 Prozent schaffen.

Dazu erklärt Christiane Averbeck, Geschäftsführerin der Klima-Allianz Deutschland:

"Der Klimaschutzbericht 2017 ist ein klimapolitischer Offenbarungseid. Satte acht Prozentpunkte fehlen zum 2020-Ziel. Seit Jahren herrscht absoluter Stillstand beim Klimaschutz, doch statt endlich Taten sprechen zu lassen, verlagert die Bundesregierung die politische Verantwortung für den Kohleausstieg und die Klimaziele in die Kohlekommission. Zudem rechnet die Bundesregierung ihr eigenes Versagen in der Klimapolitik klein. Eine Studie der Agora Energiewende von Anfang des Jahres zeigt, dass die Lücke mit neun bis zehn Prozent noch größer ist. Anspruch und Wirklichkeit der deutschen Klimaschutzpolitik klaffen nicht nur auf dem Papier immer weiter auseinander.

Die Kohlekommission muss nun das leisten, was die Bundesregierung versäumt hat: Für die Abschaltung der ältesten und dreckigsten Hälfte der Kohlekraftwerke in wenigen Jahren sorgen und sich bis zur Klimakonferenz in Kattowitz dieses Jahr auf ein Enddatum für die Kohle einigen, das mit dem Pariser Klimaziel vereinbar ist.

Der Klimaschutzbericht zeigt, dass wir in den Sektoren Industrie und Gebäude zu wenig sowie beim Verkehr noch gar nicht vorangekommen sind. Mit Blick auf das Klimaschutzziel 2030 muss die Bundesregierung die Industrie- und Wärmewende entschlossener vorantreiben und endlich die Verkehrswende in Angriff nehmen."

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Julia Dittmann

Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
julia.dittmann@klima-allianz.de
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