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19.11.2016

Weltgemeinschaft bekräftigt Klimaabkommen von Paris

Die 22. Weltklimakonferenz ist mit einem klaren Bekenntnis für den weltweiten Klimaschutz zu Ende gegangen. Mitgliedsorganisationen der Klima-Allianz Deutschland werfen einen kritischen Blick auf die Ergebnisse.

Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer Germanwatch

„Der internationale Klimazug nimmt weiter Fahrt auf – auch nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten. Die von der Klimakrise besonders gefährdeten Staaten setzen durch Ankündigung von 100 Prozent Erneuerbaren Energien die anderen Staaten unter Druck. China scheint bereit zu sein, die nach der US-Wahl drohende Führungslücke für den internationalen Klimaschutz auszufüllen. Die EU muss nun entscheiden, ob sie zur Führungsstärke früherer Zeiten zurückfindet. Deutschland und die EU können beim G20-Gipfel im kommenden Jahr in Hamburg und beim nächsten UN-Klimagipfel in Bonn eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz einnehmen. Die EU muss jetzt verbesserte Klimapolitik und verschärfte Klimaziele auf den Weg bringen, damit sie bei der 2018 beginnenden ersten Nachbesserungsrunde für diese Ziele etwas zu bieten hat.“

Kathrin Schroeder, Referentin Energie Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR

 „Die Klimakonferenz in Marrakesch hat gezeigt, dass die harte Arbeit nach dem Inkrafttreten des Pariser Abkommens erst anfängt. Die Unterzeichnerstaaten müssen nun alles dafür tun, das 1,5 Grad-Limit in erreichbarer Nähe zu halten. Ein wichtiger nächster Schritt ist nun, Entwicklungsländer, die sich für konsequente kohlenstoffarme Entwicklungspfade und eine 100 Prozent auf erneuerbaren Energieträgern basierende Stromversorgung entschieden haben, verlässlich durch Finanzierung und Weiterbildung zu unterstützen.“

Jan Kowalzig, Referent Klimawandel & Klimapolitik Oxfam Deutschland

„Die wichtigste Botschaft von dieser Klimakonferenz ist: Die Staatengemeinschaft steht hinter dem Pariser Klimaschutzabkommen, auch wenn seine Umsetzung nun mühselige Detailarbeit ist und die Ausarbeitung des Regelwerks für das Abkommen noch Jahre dauern wird.

Enttäuschend ist allerdings, dass sich die reichen Länder bis zuletzt dagegen gewehrt haben, die finanzielle Unterstützung für die armen Länder im Kampf gegen den Klimawandel stärker anzuheben. Zwei Wochen wurde darüber letztlich ergebnislos verhandelt. Dabei ist unübersehbar, dass die geplanten Klima-Hilfen keinesfalls ausreichen werden. Die Unterstützung ist dringend nötig – etwa für den Umstieg auf trockenresistente Getreidesorten oder zum Schutz gegen zunehmende Unwetterkatastrophen. Hier hat Marrakesch uns leider nicht weitergebracht.

Aber auch nach der Konferenz bleibt viel zu tun: Die Klimaschutzziele der Länder unter dem Pariser Abkommen sind zu schwach, um das gesteckte Ziel zu erreichen, die globale Erwärmung auf unter 1,5 Grad zu begrenzen. Ein ermutigendes Signal kam noch am letzten Tag der Konferenz: 47 vom Klimawandel besonders bedrohte Entwicklungsländer haben sich das Ziel gesetzt, bis spätestens 2050 vollständig auf erneuerbare Energien umzusatteln. Diese Entschlossenheit ist beachtlich, denn obwohl diese Länder schwer mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen haben, übernehmen sie mit ihrer Vision jetzt eine Vorreiterrolle, zu der die meisten Industrieländer nicht bereit sind.“

Hubert Weiger, Vorsitzender Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

 „Wir fordern alle Regierungen auf, bis zur nächsten Klimakonferenz in Bonn ihre nationalen Klimaschutzpläne nachzubessern. Als Gastgeber muss Deutschland garantieren, seine CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren. Marrakesch weist den Weg: Investitionen in fossile Energieträger haben keine Zukunft. Das ist ein klares Signal an rückwärtsgewandte Manager und Politiker, sich endlich von klimaschädlichen und riskanten Technologien zu verabschieden. Neben der klimaschädlichen Kohle gehören dazu auch die CO2-Verpressung in tiefe Erdschichten und die unbeherrschbare Atomkraft.“

 

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