Petersberger Klimadialog - Das sagen unsere Mitglieder

In ihrer Rede auf dem Petersberger Klimadialog kündigt Angela Merkel zwar eine Verschärfung der Klimaziele Deutschlands an, eine Erhöhung der Klimafinanzierung bleibt jedoch aus. Auf der Konferenz tauschen sich Ministerinnen und Minister in Vorbereitung auf den UN-Klimagipfel COP26 zu Themen des internationalen Klimaschutzes aus. So beurteilen unsere Mitglieder den Auftritt der Kanzlerin:

Als „schweres Versäumnis“ bezeichnet Jan Kowalzig, Klima-Experte von Oxfam Deutschland die fehlende Zusage zur Steigerung der Klima-Hilfen. „Der Verweis auf private Investitionen ist hier eine Nebelkerze. Natürlich muss auch der Privatsektor transformiert werden. Aber private Investitionen sind eben gerade kein Ersatz für öffentliche Mittel, um die ärmeren Länder des Globalen Südens etwa bei der Anpassung an die klimatischen Veränderungen oder beim Schutz der Menschen vor Dürren, Stürmen und Überschwemmungen zu unterstützen“, so Kowalzig

Sven Harmeling, klimapolitischer Leiter von CARE macht klar: "Auf die UN-Verhandlungen nach 2025 zu verweisen ist vollkommen unzureichend. Diese Politik nimmt das Leid von Millionen Menschen, die aufgrund der massiven Auswirkungen des Klimawandels alles verloren haben, nicht ausreichend wahr. Es ist dringend notwendig, dass die Bundesregierung die finanziellen Zusagen für Entwicklungsländer auf 8 Mrd. Euro jährlich bis 2025 aufstockt."

 „Die Bundeskanzlerin hat die Möglichkeit, dies bei dem von Großbritannien ausgerichteten G7-Gipfel vom 11. bis 13. Juni in Cornwall zu konkretisieren und entsprechende Zusagen zu machen. Das wird auch entscheidend dafür sein, dass die anderen G7-Mitglieder nachziehen und ihre Verantwortung annehmen“, kommentiert Dr. Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt die unklaren Aussagen Merkels zur Klimafinanzierung.

Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch erklärt: „Der nur nach innen gerichtete Blick der Regierungsparteien hat dazu geführt, dass die internationale Solidarität und Kooperation an den Rand gedrängt wird. Das geht zu Lasten der Verletzlichsten im globalen Süden. Im Wahlkampf droht sich diese Fehlentwicklung zu verstärken. Die nächste Bundesregierung sollte diese Lücke umgehend schließen und eine deutliche Aufstockung der internationalen Klimafinanzierung bis 2025 im Koalitionsvertrag verankern.“

Ankündigungen werden die Klimakrise nicht lösen - wir brauchen nun Greifbares. Dazu zählen mehr Mittel für Länder des globalen Südens, um dort Klimaschutz und Klimaanpassung voranzubringen. Und dazu zählen konkrete Maßnahmen zuhause”, sagt Eberhard Brandes, Geschäftsführender Vorstand beim WWF Deutschland. Die Erhöhung der Klimaziele beurteilt Brandes skeptisch: "Wirklich feiern können wir die größere Ambition erst, wenn auch konkret etwas passiert. Und ohne umfassende Energiewende kann nichts passieren, denn alle Sektoren sind auf Erneuerbare angewiesen”

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