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06.2011

Reform der Firmenwagenbesteuerung

Mit effizienteren Firmenwagenflotten ökologische und soziale Fehlanreize beseitigen.

Die bisherigen steuerlichen Regelungen der betrieblichen und der privaten Nutzung von Firmenwagen sind weder ökologisch noch sozial: Von der deutschen Firmenwagenbesteuerung profitieren diejenigen am meisten, die am weitesten fahren, den höchsten Privatanteil aufweisen, die teuersten und neuesten Fahrzeuge mit einem hohen Verbrauch nutzen, den klimafeindlichsten Fahrstil aufweisen und den höchsten Grenzsteuersatz bei der Einkommensteuer haben. Dies fördert die Klimaschädlichkeit des Verkehrs und führt dazu, dass die Gemeinschaft der Steuerzahler das Privatvergnügen Einzelner mitfinanziert.

Wenn die Bundesregierung ihre klimapolitischen Ziele im Verkehrssektor erreichen will, müssen Umweltbelastungen spürbar verringert werden. Eine wesentliche Maßnahme ist die Reform der Dienstwa-genbesteuerung, die in der jetzigen Fassung eine Blockade für effizientere Fahrzeuge darstellt. Denn Firmenwagen haben einen entscheidenden Einfluss auf die Zusammensetzung des Fahrzeugbestands in Deutschland. Seit 2001 liegt der Anteil der gewerblichen Zulassungen insgesamt über den dem der privaten, im Jahr 2008 waren bereits rund 60 Prozent der Neuwagen auf gewerbliche Halter zugelassen. Von den insgesamt rund vier Mio. in Deutschland zugelassenen Firmenwagen wird über die Hälfte auch privat genutzt. Bei Fahrzeugen der oberen Mittelklasse und Oberklasse mit besonders hohem Verbrauch beträgt der Anteil der gewerblichen Neuzulassungen teilweise sogar über 80 Prozent. Firmenwagen werden in der Regel nach drei bis vier Jahren weiterverkauft und beeinflussen somit auch den Gebrauchtwagenmarkt. Es ist daher besonders wichtig, schon beim ersten Eingang der Fahrzeuge in den Markt steuernd einzugreifen und sparsame Pkw zu fördern.

Eine Reform der Firmenwagenbesteuerung kann beim Wandel hin zu einem energieeffizienten Automobilsektor nennenswerte Unterstützung leisten. Sie setzt Anreize für die Nutzung schadstoffarmer Fahrzeuge und hilft den Herstellern bei der Einhaltung von europäischen Zielvorgaben.

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