Verkehrswende

Klimaschutz auf leisen Sohlen

Barbara Fischer, Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Gehlenbeck, fährt einen Dienstwagen mit Elektroantrieb. Lautlos gleitet ihr Renault Zoe vom Pfarrhaus vor die öffentliche Ladesäule. Die Kirchengemeinde hat sie zusammen mit dem örtlichen Energieversorger direkt vor dem Eingang zu ihrem Friedhof auf dem Parkplatz installiert.

„Wir sind da aktiv auf die Stadtwerke zugegangen, um als Kirchengemeinde ein öffentliches Statement für unser Anliegen, die Schöpfung zu bewahren, zu liefern. Die Kirche mit ihrem Friedhof ist ja das Zentrum unseres Ortes, genau zwischen Kindergarten und Schule gelegen. Hier kommen alle vorbei“, begründet die Theologin den Standort der Ladesäule. Später wird auch noch ein Hinweisschild montiert werden, mit dem die Gemeinde ihr Engagement begründet.

Schon lange engagiert sich die Gemeinde Gehlenbeck im Kirchenkreis Lübbecke für den Klimaschutz. Die Photovoltaikanlage auf der Friedhofskapelle liefert seit 2002 Strom aus Sonnenenergie, so dass die Anschaffung eines elektrisch angetriebenen Dienstwagens im Februar 2017 eine logische Konsequenz war. Zumal sich die Gemeinde seit über zehn Jahren das Dienstfahrzeug für die Pfarrerin von den örtlichen Handwerksbetrieben und Unternehmern sponsern lässt.

Die Theologin wundert sich ein wenig, warum nicht schon mehr Gemeinden dem Beispiel gefolgt sind. „Das klappt prima. Wir sind darüber mit allen Unternehmern im Ort im Gespräch. Die Leasingraten werden so getragen, die Fahrtkosten entfallen, und die Gemeinde kann das eingesparte Geld wieder in Umweltprojekte stecken. Eigentlich ganz simpel“, zieht die Pfarrerin, die jährlich etwa 4000 Kilometer mit dem Renault Zoe unterwegs ist, Bilanz. „Sobald ich mit dem Auto irgendwo auftauche, bin ich auch Multiplikatorin für das Thema. Ich werde ganz häufig darauf angesprochen, und nicht selten endet ein Hausbesuch auch mit einer Probefahrt“, schildert Barbara Fischer ihre Erfahrungen. “Einfacher geht es kaum, über unseren Auftrag, die Schöpfung zu bewahren, ins Gespräch zu kommen. Und außerdem macht so ein e-Mobil schon viel Spaß zu fahren“

Und schon ist sie schon wieder los zum nächsten Besuch – auf leisen Sohlen und umweltfreundlich. Ihre Erfahrungen stellt sie natürlich gerne anderen Gemeinden zur Verfügung.

 

Quelle: Institut für Kirche und Gesellschaft - Evangelische Kirche von Westfalen

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