Ein Fest für das Erreichte

Die Türen stehen weit offen im Wasserturm auf dem Berliner EUREF-Campus. Stimmengewirr, klingende Gläser, Gitarrenklänge. Nach und nach strömen rund 120 Menschen in den Saal. Die Pandemie ist noch nicht vorbei, man meldet sich an, man trägt Maske. Doch an diesem lauen Spätsommerabend kommt die Klimaszene der Hauptstadt endlich einmal wieder persönlich zusammen. Die Klima-Allianz Deutschland hat zur „Klimasause“ eingeladen.

Die Musiker*innen vom jüdisch-muslimisch-christlichen Verein TRIMUM eröffnen den Abend mit einem Gesangsstück aus der Türkei. Dann tritt Dr. Christiane Averbeck, Geschäftsführerin der Klima-Allianz Deutschland, auf die Bühne und schwärmt: „Der Kohleausstieg, ein Klimaschutzgesetz und die CO2-Bepreisung waren unsere zentralen Forderungen zu Beginn der Legislaturperiode. Und all das hat die Bundesregierung auch umgesetzt!“ Das Publikum schmunzelt. „Natürlich waren wir nicht die Einzigen, die daran gearbeitet haben und natürlich reicht all das noch nicht. Aber ich bin mir sicher, dass wir einen wichtigen Beitrag geleistet haben“, fügt Averbeck hinzu. Die Erfolge der vergangenen Jahre zu feiern, darum soll es heute gehen.

Viviane Raddatz sitzt für den WWF im Sprecher*innenrat der Klima-Allianz Deutschland. Sie befragt Dr. Brigitte Knopf, Generalsekretärin des MCC, in einem von vier Zwiegesprächen zwischen Sprecherinnen und außenstehenden Expert*innen. Knopf sagt, sie halte die Einführung der CO2-Bepreisung in den Bereichen Wärme und Verkehr für den größten Erfolg dieser Legislaturperiode.

Aber es wird auch in die Zukunft geblickt: Die Bundestagswahl steht kurz bevor. Was eine neue Bundesregierung im Bereich Klima sofort umsetzen sollte, fragt Sprecherin Kathrin Schroeder von MISEREOR. Die Frage richtet sich an Anke Kurat, Bereichsleiterin Globale Gerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung von VENRO. „Die Klimafinanzierung!“, ruft Kurat prompt. VENRO und die Klima-Allianz Deutschland fordern eine Verdopplung des deutschen Beitrags.

Um internationale Klimapolitik geht es auch im dritten Zwiegespräch. Pia Jorks von der Klimadelegation, die heute neu in den Sprecher*innenrat gewählt wurde, tauscht sich mit Helena Marschall von Fridays for Future aus. Beide waren bei der COP25 in Madrid. „Das Netzwerk der Klima-Allianz war eine große Unterstützung für uns bei der Klimakonferenz“, bedankt sich Marschall.

Malte Kreutzfeldt, Redakteur bei der taz, gibt der ebenfalls frischgewählten Sprecherin Anna Schwanhäußer von Together for Future zuletzt noch einen Wunsch mit: Bei aller Kritik an der Politik der Bundesregierung wäre es doch schön, wenn die Klimabewegung ihre Erfolge auch mal feiern könnte. Was hiermit erledigt wäre.

Fotos von der Klimasause © Jörg Farys, Die Projektoren.