Kohleausstieg

#StopAdani: Proteste zur Siemens-Hauptversammlung – Das sagen unsere Mitglieder

In München findet heute die Jahreshauptversammlung der Siemens AG statt. Vor der Halle demonstrieren hunderte Umweltaktivist*innen und fordern einen Ausstieg aus dem umstrittenen Adani-Projekt in Australien. Siemens will für die riesige Carmichael-Kohlemine eine Bahn-Signalanlage liefern. Auch unsere Mitglieder protestieren und appellieren an den Konzern, in Zeiten der Klimakrise Verantwortung zu übernehmen.

Die Bürgerbewegung Campact ist selbst vor Ort. Lara Eckstein, Klima-Campaignerin von Campact, sagt: „Die Mine soll riesig werden: Mit fünf Untertage-Minen und sechs Tagebauen. Sie wird jedes Jahr 100 Millionen Tonnen CO2 verursachen. Betriebszeit: bis zu 60 Jahre. […] Joe Kaeser muss sich fragen: Was ist ihm wichtiger: kurzfristige Rendite – oder das Weltklima und die Verantwortung für nachfolgende Generationen?”

Olaf Bandt, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), erinnert in seinem Statement an das Pariser Klimaabkommen und welche Verantwortung Konzerne wie Siemens im Klimawandel tragen: „Wer sich in Zeiten der Klimakrise an der Erschließung neuer Kohleprojekte beteiligt, macht sich nicht nur unglaubwürdig, sondern verhöhnt das Pariser Klimaabkommen. Auch andere Unternehmen wurden angefragt, die für das Projekt wichtige Signaltechnik zu liefern, haben aber abgelehnt". 

Der Direktor der Gesellschaft für bedrohte Völker, Ulrich Delius, betonte zuvor die Perspektive der indigenen Völker Australiens: „Wer sich wie Siemens in seinen Konzern-Grundsätzen der Nachhaltigkeit  und Gerechtigkeit verschrieben hat, sollte sich auch im Alltag umsetzen und die Kritik Betroffener nicht ignorieren.“ In diesem Zusammenhang hatte Siemens einen Brief der Aboriginal People erhalten, in welchem die Indigenen dem Unternehmen vorwerfen, ihre Menschenrechte missachtet zu haben.

Wer in Kohle, Gas und Öl  investiert, „verharrt im fossilen Zeitalter“. Dieser Meinung ist Urgewald, die vor einer rückwärtsgewandten Geschäftspolitik der Siemens AG warnt. Dabei bezieht die NGO sich nicht nur auf die aktuelle Lage in Australien, sondern auch auf ein Kohlekraftwerk, das in der Nähe von Indonesiens Hauptstadt Jakarta gebaut werden soll, wo Siemens als Mit-Finanzierer genannt wird. Yuyun Indradi, Geschäftsführer der indonesischen Organisation Trend Asia, findet dazu alamierende Worte: „Jawa 9 und 10 wird auf Jahrzehnte unsere Atemluft verschmutzen, die Lebensgrundlage unsere Gemeinschaften zerstören und den Klimawandel weiter verschlimmern. Siemens muss jetzt die richtige Entscheidung treffen.“

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Fabian Hübner

Klima-Allianz Deutschland
Referent Kohle- und Energiepolitik
030/780 899 515
fabian.huebner@klima-allianz.de