Presse Kohleausstieg
24.11.2017

RWE nutzt politisches Machtvakuum aus - Zivilgesellschaft fordert Aus für Rodung des Hambacher Waldes

Der Hambacher Wald droht weiterhin den Baggern von RWE zum Opfer zu fallen, denn heute wurde die Klage des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegen den Tagebau Hambach abgewiesen.

Allerdings ist das noch nicht die letzte Entscheidung in der Sache. Der Energiekonzern RWE hatte in der aktuellen Verhandlung ein Vergleichsangebot des Gerichts abgelehnt, welches den Hambacher Wald verschont hätte trotz Fortführung der Braunkohlenförderung.

Dazu erklären die Klima-Allianz Deutschland, der BUND und 50 weitere Organisationen:

Wir fordern den Energiekonzern RWE auf, die Rodungssaison 2017/2018 im Hambacher Wald auszusetzen. Der Erhalt des Hambacher Waldes ist ein Symbol dafür, dass Deutschland das Pariser Klimaabkommen ernst nimmt. Der Klimawandel zerstört zunehmend die Lebensgrundlagen der Menschen vor allem in armen Ländern und verschärft Hunger und Armut. Gerade im Rheinischen Braunkohlerevier wird sich zeigen, ob die zukünftige deutsche Bundesregierung gewillt ist, den Klimawandel auf deutlich unter 2°C zu begrenzen. Zum Erreichen des deutschen Klimaziels 2020 muss die älteste und dreckigste Hälfte der Kohlekraftwerke in Deutschland in den nächsten Jahren abgeschaltet werden [1]. Die Braunkohleblöcke des vom Tagebau Hambach versorgten Kraftwerks Niederaußem gehören zu den dreckigsten Kraftwerken in Europa [2]. Bei einer zusätzlichen Abschaltung von Kohlekraftwerksblöcken stehen sie weit oben auf der Abschaltliste. Die aktuell geplanten Abbaugrenzen im Tagebau Hambach wären damit hinfällig. Dies verdeutlicht die Sinnlosigkeit der unumkehrbaren Zerstörung des Waldes.

RWE ignoriert das Pariser Klimaabkommen und will Fakten schaffen bevor die zukünftige Bundesregierung Entscheidungen zum Kohleausstieg treffen kann. Der Kohleausstieg steht im Zentrum der politischen Debatte in Deutschland und es liegt an der zukünftigen Bundesregierung zu entscheiden, welche Kohlekraftwerke vom Netz gehen. Alle demokratischen Parteien haben sich zur Einhaltung des Klimaziels 2020 bekannt, welches von einer schwarz-gelben Bundesregierung beschlossen wurde.

Aus Respekt vor demokratischen Entscheidungsprozessen sollte RWE keinen weiteren Baum im Hambacher Wald fällen, angesichts der anstehenden Entscheidungen über einen Kohleausstieg.

Die unterzeichnenden Organisationen fordern RWE und die NRW-Landesregierung auf, die Beschlüsse einer neuen Bundesregierung abzuwarten und die unmittelbar bevorstehenden Rodungen im Hambacher Wald nicht mit aller Gewalt vorzunehmen.“


Folgende Organisationen haben die Erklärung unterzeichnet:

350.org

AK Laudato Si des Katholikenrats Region Düren

Aktionsbündnis Stommelner Bürger “Leben ohne Braunkohle” (LoB)

Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) e.V.

Attac

B.A.U.M. e.V.

Bergwaldprojekt e.V.

Bioland

Buirer für Buir

BUND

Bund der Energieverbraucher

Bundesverband Grüne Liga e.V.

BUNDjugend

Bündnis Bürgerenergie e.V.

BürgerEnergieAltmark eG

Dachverband Kritische Aktionäre

Das gelbe Band

Divest Aachen

Dorfinteressengemeinschaft Wanlo

EEB

Essener Aktion gegen Umweltzerstörung

Europe Beyond Coal

Evangelische Kirche der Pfalz

Evangelische Kirche im Rheinland

E-W-Nord

fairPla.net

FKU

FOES

Gender CC

Germanwatch

Green City

Greenpeace Deutschland

Grüne Liga Berlin

Kirchenkreis Jülich

KLJB

MetropolSolar Rhein Neckar

NABU

Naturfreunde Deutschland

Netzwerk Bergbaugeschädigter

Orchester des Wandels

OXFAM

Pax Christi Düren

Pax Christi Erftstadt

PowerShift e.V.

Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V.

Transition Town Essen im Wandel

Umweltinstitut München

Urgewald

Yesil Cember

Zentrum für Mission und Ökumene - nordkirche weltweit

Zukunftsrat Hamburg

 

Weiterführende Infos:

[1] Das Klimaschutz-Sofortprogramm

[2] CAN Europe: Europe’s Dark Cloud

Zurück

Julia Dittmann

Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
julia.dittmann@klima-allianz.de
Telefon: 030/780 899 514