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17.11.2017

COP23: Fortschritt bei den Regeln, zu wenig Ehrgeiz bei der Umsetzung

Von den Signalen der 23. Weltklimakonferenz zeigen sich die Klima-Allianz Deutschland und der Verband für Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO) enttäuscht.

Zwar wurden technische Umsetzungsregeln für das Pariser Abkommen erfolgreich zusammengetragen, dennoch fehlte in Bonn eine politische Dynamik für ehrgeizigen Klimaschutz. Zudem wurden keine finanziellen Zusagen für den Ausgleich von Schäden und Verlusten getroffen, unter denen vor allem ärmere Staaten und Inselstaaten leiden.

Dr. Bernd Bornhorst, Vorsitzender von VENRO:
„Es ist mehr als enttäuschend, dass die Industrieländer die drängende Frage nicht behandelt haben, wie Schäden und Verluste bezahlt werden, die durch den Klimawandel verursacht werden. Dagegen war die Ankündigung der Bundesregierung, Entwicklungsländer mit 100 Millionen bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen, ein sehr ermutigendes Zeichen.

In Bonn wurde viel erreicht, um die technischen Umsetzungsregeln des Pariser Abkommens aufzustellen. Jedes Land muss nun weiter ehrgeizig am Klimaschutz arbeiten. Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie sich konstruktiv am Talanoa-Dialog beteiligt, der von der fidschianischen Präsidentschaft eingebracht wurde. Wir brauchen diesen Dialog auf Augenhöhe mit klaren Zielen bei der Emissionsminderung und gleichzeitiger Unterstützung für die armen Staaten. Nur so können wir die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad, möglichst unter 1,5 Grad begrenzen."

Dr. Christiane Averbeck, Geschäftsführerin der Klima-Allianz Deutschland:
"Deutschlands Vorreiterrolle bei der Umsetzung der Klimaziele ist dahin. Frau Merkel hat zusätzliche Anstrengungen zugesagt. Und sie hat gesagt: Den Worten müssen Taten folgen. Daran messen wir die Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen. Die Welt wartet darauf, dass Deutschland aus der Kohle aussteigt und die Verkehrswende entschieden anpackt. International gilt es Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel menschenrechtskonform umzusetzen.

Wir freuen uns über die Verabschiedung des Genderaktionsplans. Er sieht vor, den Einfluss von Frauen auf Entscheidungsprozesse zu stärken und eine gleichberechtigte Vertretung von Frauen und Männern in der Klimarahmenkonvention sicherzustellen. Das ist ein wichtiger Fortschritt.“

Das gemeinsame Forderungspapier „Deutschland muss in der Klimapolitik liefern“ finden Sie hier.

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