Dr. Christiane Averbeck, Geschäftsführende Vorständin der Klima-Allianz Deutschland, erklärt: „Die Entfernungspauschale entwickelt sich zunehmend zu einem milliardenschweren Steuervorteil für Spitzenverdiener – mit der geplanten, sozial ungerechten Erhöhung wächst sie nun um weitere 2 Mrd. Euro. Die aktuelle Ausgestaltung begünstigt vor allem hohe Einkommen. Während Menschen mit geringem Einkommen künftig nur rund 196 Euro erhalten, profitieren Spitzenverdiener mit über 539 Euro deutlich stärker bei gleichen Fixkosten für ÖPNV oder Tanken. Die geplante Entfristung verstetigt diese Ungleichheit und erschwert eine längst überfällige sozial-ökologische Reform.”
Besonders deutlich wird die soziale Schieflage beim Blick auf die Verteilung: Allein die obersten 10 % der Einkommen profitieren mit über einer Milliarde Euro, während das unterste Zehntel lediglich 71 Millionen Euro erhält. Diese ungleiche Verteilung liegt vor allem daran, dass Menschen mit geringem Einkommen oft keine oder nur geringe steuerpflichtige Einkünfte haben. Verkäuferinnen, Paketzusteller, Pflegekräfte pendeln oft viele Kilometer, verdienen wenig und profitieren kaum. Statt ihnen gezielt zu helfen, fließt der Großteil der Subvention an die, die es am wenigsten benötigen.
Averbeck warnt außerdem: „Die Pauschale setzt keinerlei ökologische Anreize. Statt nachhaltige Mobilität zu fördern, subventioniert sie längere Arbeitswege, verfestigt mehr Verkehr mit dem Pkw und somit höhere Emissionen. Das passt weder zu den angespannten öffentlichen Haushalten noch zu dem Ziel, insbesondere mittlere und untere Einkommen zu entlasten. Eine gerechte Alternative wäre die Anhebung der Werbungskostenpauschale auf 1.500 Euro – sie entlastet untere und mittlere Einkommen und vereinfacht zugleich die Arbeit der Finanzverwaltung.”