05.11.2026
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Neue Studie: Haushaltskürzung bei E-Bussen gefährdet Klimaziele im Verkehrssektor

Laut dem Klimaschutzprogramm der Bundesregierung sollen bis 2030 bis zu 50 Prozent der Stadtbusse in Deutschland elektrisch fahren. Eine neue Studie von PwC im Auftrag der Klima-Allianz Deutschland zeigt, dass der Bund dieses Ziel mit dem Haushaltsentwurf 2027 deutlich verfehlt. Kürzt er die Förderung für Elektrobusse wie geplant von 403 auf 130 Millionen Euro, wären 2030 nur gut 10.000 statt der 17.500 E-Busse auf deutschen Straßen unterwegs. Die Dieselbusse, die stattdessen fahren, würden bis 2040 mehr als 1,7 Milliarden Liter Diesel verbrauchen und zusätzliche 4,1 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen. Die Klima-Allianz Deutschland fordert die Bundesregierung auf, die geplanten Kürzungen zurückzunehmen und die im Klimaschutzprogramm vorgesehenen Mittel bereitzustellen. 

Die Kurzstudie stellt fest, dass schon die bisherige Förderung nicht genügt, um die selbst gesetzten Klimaziele im Verkehrssektor zu erreichen. Selbst wenn der Bund die Finanzierung im kommenden Jahr auf dem bisherigen Niveau hielte, wären 2030 nach den Berechnungen von PwC nur rund 11.800 E-Busse unterwegs und damit nur rund zwei Drittel der Zielmarke. Erreichbar ist das Ziel des Klimaschutzprogramms nur, wenn der Bund die Förderung bis 2030 fortführt und wie dort vorgesehen auf jährlich 511 Millionen Euro aufstockt.

Viviane Raddatz, Geschäftsführerin der Klima-Allianz Deutschland: "Wer bei modernen E-Bussen den Rotstift ansetzt, spart keinen Cent, sondern schiebt die Rechnung einfach auf die Kommunen sowie die Gesundheit und Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger ab. Während Millionen Menschen täglich klimaschonend mit Bus und Bahn fahren, rollt die Regierung mit ihrem Haushaltsentwurf die Verkehrswende rückwärts und drängt die Städte und Verkehrsunternehmen zurück in den Dieselbetrieb. Elektrische Stadtbusse bedeuten dagegen saubere Luft zum Durchatmen, leise Innenstädte und Unabhängigkeit von teurem Diesel. Im Jahr 2026, das uns erneut schmerzlich unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen vor Augen geführt hat, darf dieses wichtige Elektrifizierungsvorhaben kein Kürzungsopfer werden. Die Bundesregierung ist aufgerufen, die Kürzungen zurückzunehmen und die im Klimaschutzprogramm zugesagten Zukunftsinvestitionen für einen sauberen Nahverkehr zu garantieren."

Nach den Berechnungen von PwC würden Verkehrsunternehmen und Kommunen ohne ausreichende Förderung ihre alten Dieselbusse länger einsetzen oder auf neue zurückgreifen, die in der Anschaffung günstiger sind. Bleibt es beim Haushaltsentwurf, kämen bis 2030 rund 6.000 neue Dieselbusse auf die Straße, die bei einer üblichen Nutzungsdauer von zwölf Jahren bis in die 2040er-Jahre fahren und rund 1,7 Milliarden Liter Diesel verbrauchen würden. Zusätzlich würden entstehen Abgase und Abwärme vor allem auf den Hauptverkehrsstraßen der Innenstädte. Die Schäden für Klima und Gesundheit beziffert die Studie bis 2040 auf 1,8 bis 4,6 Milliarden Euro. Im Bundeshaushalt tauchen diese Kosten nicht auf, tragen muss sie dennoch die Allgemeinheit.

Hintergrund:

Die Studie ist die zweite, die PwC im Auftrag der Klima-Allianz Deutschland zur E-Bus-Förderung erstellt hat. Sie ergänzt die erste Studie vom 15. Oktober 2026 zur Wertschöpfung und Beschäftigung um die Folgen für Klima, Luft und Gesundheit. Maßstab für alle Ergebnisse ist das Elektrifizierungsziel des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung.

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Jakob Schreyer

Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klima-Allianz Deutschland e.V.

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