27.04.2020

Petersberger Klimadialog: Der Weg aus beiden Krisen

Heute und morgen treffen sich über 30 Ministerinnen und Minister zu einem virtuellen Petersberger Klimadialog. Für das High-Level-Segment morgen werden Kanzlerin Merkel, UN-Generalsekretär Guterres und möglicherweise der britische Premier Johnson erwartet.

Dr. Christiane Averbeck, Geschäftsführerin der Klima-Allianz Deutschland, kommentiert dies wie folgt:
„Kanzlerin Merkel muss den Petersberger Klimadialog nutzen, um ein Signal zu senden: Ein grünes Konjunkturprogramm und Multilateralismus im Sinne des European Green Deals sind der Weg aus beiden Krisen, Corona und Klima. Die Dekarbonisierung wird von weiten Teilen der Gesellschaft und  Wirtschaft getragen. Um nach der Krise in einer widerstandsfähigeren Gesellschaft zu leben, muss neben einer ökologischen Ausrichtung die soziale Ausgewogenheit ins Zentrum der Krisenpolitik gestellt werden.

Corona und die Klimakrise treffen den globalen Süden besonders hart – Problemlagen wie Hungersnöte und Dürren, bewaffnete Konflikte, Grundrechtseinschränkungen, mangelnde Gesundheitsversorgung und bestehende Gesundheitsrisiken verschärfen sich momentan noch weiter. Mehr denn je sind daher die industrialisierten Länder gefragt, Verantwortung zu übernehmen und den verletzlichsten Menschen Unterstützung zu geben. Wir erwarten daher, dass die Kanzlerin beim Petersberger Klimadialog Signale an den globalen Süden sendet. Die international zugesagten 100 Milliarden USD für Maßnahmen zur Treibhausgasminderung und Anpassung in Entwicklungsländern müssen bis Ende des Jahres zusammenkommen. Wichtig wäre aus Sicht der Klima-Allianz Deutschland zudem die Unterstützung für einen 'Marshallplan', der die Fähigkeit zur Krisenbewältigung und den Schutz der ökologischen Lebensgrundlagen verbessert. Darüber hinaus sollte Deutschland eine Vorreiterrolle einnehmen und ärmste Staaten, die mit der Bewältigung von beiden Krisen überfordert sind, ihre Schulden erlassen.

Auch wenn die COP26 verschoben wird, sind die Staaten verpflichtet, ihre Klimaziele in diesem Jahr anzuheben. Es ist daher jetzt geboten, dass Deutschland sich für eine Erhöhung des europäischen Ziels einsetzt, mit der die Pariser Klimaziele eingehalten werden können. Ins Zentrum der kommenden deutschen EU-Ratspräsidentschaft müssen die EU-Klimazielerhöhung und Green-Recovery-Programme gestellt werden.“

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Julia Dittmann

Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
julia.dittmann@klima-allianz.de
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