Viviane Raddatz, Klimachefin beim WWF Deutschland, erklärt: "Die aktuelle fossile Energiekrise macht deutlich, wie riskant die Abhängigkeit von Kohle, Öl und Gas ist. Sie treibt uns nicht nur in eine fossile Kostenfalle, sondern macht unser Land auch von Autokraten erpressbar. Doch anstatt die dringend notwendige Abkehr von den fossilen Energien und den Ausbau der erneuerbaren Energien sowie die Elektrifizierung konsequent voranzutreiben, bremst die Bundesregierung mit den aktuellen energiepolitischen Plänen die Energiewende aus. Das ist wirtschafts- und sicherheitspolitisch verantwortungslos. Gleichzeitig zeigen internationale Initiativen wie die von Brasilien vorangetriebene Roadmap zum fossilen Ausstieg oder die erste Konferenz zur Abkehr von fossilen Energien in Kolumbien, dass immer mehr Länder diesen Weg gemeinsam gehen wollen. Beim Petersberger Klimadialog braucht es deshalb ein klares Signal von Deutschland und der EU, dass sie diesen Wandel aktiv mitgestalten und die wachsende Allianz ambitionierter Länder weiter stärken wollen, um unsere Wirtschaft krisenfest in die Zukunft zu führen."
Dr. Christiane Averbeck, Geschäftsführende Vorständin der Klima-Allianz Deutschland, betont: "Internationale Klimapolitik darf kein geschlossener Raum für Diplomatie bleiben. Damit auf den Weltklimakonferenzen echte Durchbrüche gelingen, braucht es den starken Rückenwind der Menschen. Ob Gewerkschaften, Jugendbewegungen oder Kirchen, sie alle haben auf der letzten Konferenz bewiesen, dass sich beharrliches Engagement auszahlt. Nur durch ihren Druck wurden letztes Jahr Fortschritte für einen sozial gerechten Übergang und für die Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen erreicht. Die Bundesregierung muss sich mit Blick auf die Vorbereitungen der Konferenz in Antalya dafür stark machen, dass zivilgesellschaftliche Stimmen gehört werden und engagierte Menschen frei, sicher und auf Augenhöhe die internationale Klimapolitik mitgestalten können. Echter Klimaschutz ist ein Gemeinschaftswerk."
Jan Kowalzig, Klimareferent bei Oxfam, erklärt: "Damit Energiewende und fossiler Ausstieg ebenso wie die Anpassung an den Klimawandel weltweit gelingen, brauchen die einkommensschwachen Länder verlässliche Unterstützung. Dass sie diese Unterstützung auch bekommen, ist auch im ureigenen Interesse der Industrieländer, denn die Klimakrise lässt sich nur global und gemeinsam bewältigen. Die Bundesregierung aber droht nun ihr Versprechen zu brechen, jährlich 6 Milliarden Euro an Haushaltsmitteln für diese Unterstützung bereitzustellen. Vom Petersberger Klimadialog muss ein klares Signal ausgehen, dass Deutschland und die übrigen Industrieländer ihren fairen Beitrag leisten werden. Dazu gehört, nicht nur die bisherigen Versprechen zu halten, sondern auch bis zur nächsten Klimakonferenz neue Zusagen zu machen, um, wie vor zwei Jahren verabredet, die internationale Klimafinanzierung bis 2035 auf jährlich insgesamt mindestens 300 Milliarden US-Dollar zu erhöhen."