12.10.2026
Pressemitteilungen

Repräsentative Umfrage: Hohe Zustimmung zum schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien als Antwort auf Abhängigkeit von Öl und Gas

Eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der Klima-Allianz Deutschland zeigt: Drei Viertel der Bevölkerung wollen einen schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien, um unabhängiger von Öl- und Gasimporten zu werden. In den Anhängerschaften von CDU und CSU, SPD, Grünen und Linken liegt die Zustimmung jeweils über 80 Prozent. Am 13. Oktober diskutiert der 5. Deutsche Klimatag in Berlin unter dem Motto "Klimaschutz mit Anschluss", wie der Umstieg auf Erneuerbare gelingen kann.

Die Unterstützung für mehr Tempo beim Ausbau erneuerbarer Energien zieht sich durch nahezu alle Wählergruppen. In der Gesamtbevölkerung sprechen sich 75 Prozent für eine Beschleunigung aus, unter den Anhängerinnen und Anhängern von CDU und CSU sind es 84 Prozent, bei der SPD 97 Prozent, bei Grünen und Linken ist die Zustimmung nahezu geschlossen. Auch beim Blick auf die Wirtschaft überwiegt die Zustimmung. 54 Prozent sind der Meinung, dass der Ausbau der Erneuerbaren die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft langfristig stärkt, etwa durch günstigere Energie. Auch hier liegen die Zustimmungswerte bei den Anhängerinnen und Anhängern der Regierungsparteien CDU und CSU (62 Prozent) sowie der SPD (80 Prozent) über dem Durchschnitt.

Isabel Rutkowski, Sprecherin der Klima-Allianz Deutschland und Bundesvorsitzende der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands, sagt: "Wer glaubt, mit einem langsameren Ausbau auf Stimmen in der Bevölkerung zu reagieren, sollte sich diese Zahlen genau ansehen. Die Erwartung, dass Deutschland schneller unabhängig von Öl- und Gasimporten wird, findet in nahezu allen Wählerschaften eine Mehrheit, in den meisten liegt die Zustimmung sogar über 80 Prozent. Für die Energiepolitik heißt das, dass die Mehrheit beim Tempo des Ausbaus nicht im Weg steht, sondern vorangeht."

Die Teilnehmenden wurden auch danach gefragt, wie die Politik langfristig auf hohe Energiepreise reagieren sollte. Gleichauf an der Spitze stehen dabei ein stärkerer Ausbau und eine stärkere Förderung von Bus, Bahn und Radwegen mit 82 Prozent sowie eine Senkung der Stromsteuer für alle mit 79 Prozent. Für beide Maßnahmen ist auch eine große Mehrheit der Anhängerinnen und Anhänger der Regierungsparteien: So sind 75 Prozent der Unions- und 89 Prozent der SPD-Wählerschaft für den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel. 73 Prozent aller Befragten halten bessere Förderprogramme für Gebäudesanierung und den Austausch alter Heizungen für wichtig, 64 Prozent ein deutlich günstigeres Deutschlandticket und 60 Prozent eine einfachere Förderung für den Umstieg auf kleine, bezahlbare Elektroautos.

Viviane Raddatz, Geschäftsführerin Netzwerk und Gesellschaft der Klima-Allianz Deutschland, kommentiert: "Die Menschen sagen ziemlich genau, was sie erwarten. Schnellerer Ausbau von Wind und Sonne, Busse und Bahnen, die fahren und bezahlbar sind, und eine Förderung für den Heizungstausch, auf die man sich verlassen kann. Hinter jeder dieser Maßnahmen steht eine klare Mehrheit, auch unter den Anhängerinnen und Anhängern der beiden Regierungsparteien. Die Bundesregierung sollte diese Erwartung nicht länger ausbremsen, wie sie es mit den Plänen zum Netzpaket, zur EEG-Novelle oder zu Haushaltskürzungen beim Schienennetz tut, sondern jetzt Beschlüsse für Menschen und Wirtschaft in unserem Land fassen."

 

Zur Methodik

Die Daten stammen aus einer repräsentativen Befragung von forsa im Auftrag der Klima-Allianz Deutschland. Befragt wurden 1.002 Personen vom 29. September bis 1. Oktober 2026, die statistische Fehlertoleranz liegt bei plus/minus 3 Prozentpunkten.

 

Hintergrund zum Deutschen Klimatag

Am 13.10.2026 findet der Deutsche Klimatag in Berlin statt. In diesem Jahr diskutieren wir unter dem Motto "Klimaschutz mit Anschluss", wie der Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas sozial gerecht gelingt und Deutschland den Anschluss an eine klimaneutrale Zukunft schafft. Bundesumweltminister Carsten Schneider hält das Grußwort. Spitzenvertreter*innen aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft besprechen aktuelle klima- und energiepolitische Fragen. Wir erwarten mehr als 300 Gäste vor Ort und rund 500 online. Medienvertreterinnen und Medienvertreter können sich hier akkreditieren, die Anmeldung zum Livestream ist hier möglich.

 

zurück zur Übersicht

Jakob Schreyer

Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klima-Allianz Deutschland e.V.

jakob.schreyer@klima-allianz.de

Telefon: 030/780 899 514