08.09.2026
Pressemitteilungen

Verbändebündnis an die Regierungsfraktionen: Kürzungen bei Klimaschutz und sozialer Sicherheit abwenden 

Anlässlich der Haushaltsberatungen im Deutschen Bundestag hat ein breites Bündnis aus 13 Umwelt- und Sozialverbänden, Gewerkschaften, Jugendverbänden und Entwicklungsorganisationen einen gemeinsamen Appell an die Regierungsfraktionen veröffentlicht. Die Investitionen in Klimaschutz, soziale Sicherheit und Entwicklungszusammenarbeit schützen Menschen vor Hitze, machen uns unabhängiger von teuren fossilen Importen und helfen Ländern, Dürren zu überstehen. Die Organisationen fordern deshalb, die geplanten Kürzungen abzuwenden.

Konkret appelliert das Bündnis an die Regierungsfraktionen, die geplante Umschichtung von 2,7 Milliarden Euro aus den Einnahmen des Emissionshandels zurückzunehmen und die Förderung von Wärmepumpen und Gebäudesanierungen nicht zu kürzen. Zudem drängen die Organisationen gemeinsam auf eine jährliche Sanierungsmilliarde für die energetische und hitzeresiliente Modernisierung sozialer Einrichtungen.

Viviane Raddatz, Geschäftsführerin Netzwerk und Gesellschaft, Klima-Allianz Deutschland: "Die Extremhitze dieses Sommers hat uns unmittelbar vor Augen geführt, wie stark die Klimakrise bereits unseren Alltag, unsere Gesundheit und unsere Wirtschaft belastet. Gleichzeitig hat die fossile Energiekrise in diesem Jahr gezeigt, wie teuer unsere Abhängigkeit von Öl und Gas ist. Trotzdem kürzt die Bundesregierung ausgerechnet Klimaschutzprogramme, die uns davon lösen könnten. Die Regierungsfraktionen sind aufgerufen, dringend zu korrigieren. Die Einnahmen aus dem Emissionshandel müssen vollständig im Klima- und Transformationsfonds verbleiben und gezielt in die Elektrifizierung der Industrie, Wärme und Verkehr fließen."  

Kathrin Schroeder, Leitung Politik und Globale Zukunftsfragen, Misereor: "Die Kürzungen im Entwicklungsetat gefährden Deutschlands Glaubwürdigkeit in der internationalen Klimapolitik. Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie ihre Zusage von mindestens sechs Milliarden Euro jährlich für internationale Klimafinanzierung verlässlich einhält. Bis 2030 müssen die Haushaltsmittel auf mindestens zwölf Milliarden Euro jährlich steigen. Solidarität, die sich auch in der Klimafinanzierung ausdrückt, ist kein Almosen, sondern ein Schritt zu mehr Gerechtigkeit und Menschenwürde."

Auch im Sozialbereich verlangen die Organisationen eine Kurskorrektur. Kürzungen bei sozialen Leistungen müssen zurückgenommen werden.  

Dr. Friedrich von Schönfeld, Finanzvorstand Deutscher Caritasverband: "In unseren Pflegeheimen, Kitas und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung war es diesen Sommer über Wochen mehr als 30 Grad in den Zimmern. Alte und pflegebedürftige Menschen und kleine Kinder brauchen besseren Schutz vor Hitze. Dafür müssen Kitas, Pflegeheime, Krankenhäuser und andere soziale Einrichtungen jetzt energetisch saniert und hitzeresilient umgebaut werden. Das schützt Menschen, die dort leben und arbeiten und senkt zugleich dauerhaft die Energiekosten für soziale Träger und Kommunen. Gemeinnützige Träger können diese Investitionen nicht allein stemmen. Deshalb braucht es eine jährliche Sanierungsmilliarde des Bundes."  

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Jakob Schreyer

Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klima-Allianz Deutschland e.V.

jakob.schreyer@klima-allianz.de

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