„Als Hebammen stehen wir an der Seite von Müttern und Kindern. Deshalb fordern wir, dass die Interessen von Schwangeren, Gebärenden und ihren Familien in den Mittelpunkt von Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen rücken“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung.
Ökologische Krisen wie der Biodiversitätsverlust, die Erderhitzung und Luftverschmutzung mit zunehmenden Hitzeperioden, Dürren und andere Extremwetterereignisse führen zu einem Anstieg von Frühgeburten, Infektionskrankheiten, psychischen Belastungen und chronischen Erkrankungen bei Kindern. Die gesundheitlichen Folgen sind tiefgreifend: So gefährden etwa höhere Temperaturen die Versorgung der Plazenta, was das Risiko für eine Unterversorgung des Kindes, niedriges Geburtsgewicht, Herzfehlbildungen und Totgeburten erhöht. Auch soziale Ungleichheiten verschärfen sich – Frauen und arme Familien sind stärker betroffen und verfügen über weniger Ressourcen zur Anpassung.
Die Forderungen der Hebammen umfassen unter anderem:
- Entwicklung und Umsetzung von Notfallplänen zum Hitzeschutz für Schwangere und Familien
- Ausbau der kommunalen Gesundheitsversorgung durch geschultes Fachpersonal
- Mehr Aufklärung und Förderung von Familien beim Thema Stillen und ein gesicherter Zugang zu gesunder Ernährung
- Bildungskampagnen sowohl für Fachpersonal als auch die breite Bevölkerung über Anpassungsstrategien und Infektionsschutz
- Kostenloser Zugang zu sauberem Trinkwasser
- Förderung von Forschung und Monitoring zum Einfluss der Klimakrise auf Mutter und Kind
Passend dazu steht auch der diesjährige internationale Tag der Hebammen am 05. Mai unter dem Motto „Midwives: Critical in Every Crisis” - „Hebammen: unverzichtbar in jeder Krise“. Denn Hebammen sind wichtige Fürsprecher:innen für Familien in Krisenzeiten. Ihre Perspektive macht deutlich: Klimaschutz ist Gesundheitsschutz – insbesondere für die kommende Generation.