Die aktuelle Ausgabe (1/2026) der Ökumenischen Rundschau widmet sich schwerpunktmäßig dem Thema der Klimagerechtigkeit und erscheint aus Anlass der vom Ökumenischen Rat der Kirchen ausgerufenen „Ökumenischen Dekade der Klimagerechtigkeit“ (2025–2034).
Die Dekade versteht sich als „mutige und im Gebet gründende Antwort“ auf die sich zuspitzende globale Klimakrise. Sie ruft Kirchen, ökumenische Partner sowie Menschen guten Willens dazu auf, Verantwortung zu übernehmen, und sich aktiv für Klimagerechtigkeit einzusetzen. Ziel sei ein tiefgreifender Wandel, der den Umgang mit der Schöpfung grundlegend verändert.
„Die Klimakrise ist nicht nur eine ökologische oder politische Herausforderung, sondern stellt grundlegende moralische, spirituelle und theologische Fragen“, betonen die Herausgeber. Es gehe um Gerechtigkeit, Frieden und die Zukunft allen Lebens auf der Erde. „Die Frage nach Klimagerechtigkeit ist eine Frage nach dem gemeinsamen Leben in der einen Welt – und damit eine zutiefst ökumenische Aufgabe“, so die Herausgeber.
Die Beiträge des Heftes beleuchten die komplexen Zusammenhänge von Klimawandel, globaler Ungerechtigkeit und theologischer Verantwortung aus unterschiedlichen Perspektiven. Sie reichen von grundlegenden Reflexionen über das Verhältnis von Theologie und Ökologie (Erzdiakon John Chryssavgis) bis hin zu ethischen, interreligiösen und generationenübergreifenden Fragestellungen (Ruben Zimmermann). Dabei wird deutlich: Klimagerechtigkeit ist eine zentrale Aufgabe ökumenischer Zusammenarbeit und verlangt konkrete Schritte auf individueller, kirchlicher und gesellschaftlicher Ebene.
Auch kritische und weiterführende Stimmen kommen zu Wort, etwa aus ökofeministischer, dekolonialer und queerer Theologie (Marilú Rojas Salazar), die die Klimakrise als Ausdruck tief verwobener globaler Ungleichheiten analysieren (Sarah Nahar). Beiträge junger Ökumenikerinnen und Ökumeniker unterstreichen zudem die Dringlichkeit rechtlicher und politischer Maßnahmen im Sinne zukünftiger Generationen (Kevin W. Maina).
Zusätzlich berichtet die erste Ausgabe des 75. Jahrganges von der 6. Weltkonferenz für Glaube und Kirchenverfassung die vom 24.-28. Oktober 2025 in Wadi El Natrun (Ägypten) unter dem Motto „Where now for visible unity?“ stattfand und gibt sowohl die verabschiedete Botschaft – ein Aufruf zu mehr sichtbarer Einheit der Kirchen – wieder, als auch Einblicke in das 4. Globale Ökumenische Theologische Institut (GETI) und dessen Botschaft der Jugend.
Mit dieser Ausgabe setzt die Ökumenische Rundschau im 75. Jahr ihres Bestehens ein deutliches Zeichen: Die ökumenische Bewegung sieht sich in der Verantwortung, angesichts der globalen Klimakrise nicht nur zu reflektieren, sondern aktiv zum Wandel beizutragen.