Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch fordert die Staats- und Regierungschefs der EU vor dem Europäischen Rat dazu auf, die richtigen Schlüsse aus der aktuellen Energiekrise zu ziehen und sich beschleunigt aus fossiler Importabhängigkeit zu befreien. „Die Abhängigkeit der EU von importiertem Öl und Gas macht Europa verwundbar, steigert die Risiken für Kriege und die Klimakrise, treibt die Energiepreise in die Höhe und gefährdet so auch die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie“, sagt Lutz Weischer, Leiter des Berliner Büros von Germanwatch. „Die EU-Regierungschefs müssen daher jetzt die Weichen so stellen, dass die EU schneller von fossilen Brennstoffen unabhängig wird.“
Manon Dufour, Executive Director von E3G Brussels fügt hinzu : “As Europe braces for what could be another energy crisis, it should remember that it has been here before and knows what to do. The most effective and durable response is to tackle the structural vulnerabilities in its energy system while supporting global partners on the same path. The most damaging step now would be to weaken the stable and investable framework that has helped deliver these solutions so far.” Die Volatilität fossiler Brennstoffe und geopolitische Spannungen, nicht das ETS, blieben die Haupttreiber der hohen Energiepreise.
Dazu sagt Viviane Raddatz, Klimachefin beim WWF Deutschland: „Der einzig sinnvolle Weg aus der wiederholten Kostenkrise rund um Öl und Gas ist der Ersatz von Öl und Gas durch heimische Erneuerbare. Der Emissionshandel ist eins der wichtigsten europäischen Instrumente, um die Abhängigkeit von fossilen Energien zu beenden. Ihn jetzt als Abhilfe zu verwenden, um die Stromrechnung zu senken, ist wie eine Wasserpistole gegen einen Großbrand einzusetzen. Eine dauerhafte Senkung der Energiekosten wird nur durch einen konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien und die Erleichterung von Investitionen in klimafreundliche Technologien in Haushalten und Unternehmen möglich. Dafür braucht es auch einen starken CO2-Preis im Emissionshandel.“
„Der Europäische Emissionshandel ist ein Erfolgsmodell“, so Prof. Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Nachhaltige Wirtschaft e.V. „Sowohl Ursula von der Leyen als auch Friedrich Merz haben das Erfolgsmodell ETS gelobt. 70% Wachstum bei 40% weniger Emissionen sind ein gigantischer Gewinn für die Souveränität, Wettbewerbsfähigkeit und den Klimaschutz. Jetzt gilt es, dass beide ihr Wort halten und die Versuche, den ETS I immer weiter abzuschwächen auf europäischer Ebene aufhalten.“