Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert die Bundesregierung auf, Sofortmaßnahmen wie ein Tempolimit umzusetzen und endlich Schluss zu machen mit Kohle, Öl und Gas. Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND: „Unser aktueller Lebens- und Wirtschaftsstil ist nicht zukunftsfähig. Der Iran-Krieg zeigt uns, wie abhängig wir von fossilen Rohstoffen sind, die immer knapper werden. Anstatt umzuschwenken auf Erneuerbare, setzen wir weiter auf Kohle, Öl und Gas. Wir treiben damit unseren CO2-Austoß weiter in die Höhe und zerstören so unsere Wälder, Wiesen, Flüsse und Meere, unsere Lebensgrundlagen und den Lebensraum von Tieren. Mit Strom aus Sonne und Wind, Wärmepumpen und leichten, kleinen und sparsamen E-Autos schaffen wir Unabhängigkeit, Planungssicherheit und Klimaschutz.“
Gleichzeitig zeigt sich: Ein geringerer Ressourcenverbrauch ist möglich – und gesellschaftlich gewünscht. So kommt die aktuelle WWF-Studie „Ressourcenleicht Leben 2045“ zum dem Schluss, dass es realistisch ist, den Pro-Kopf-Ressourcenverbrauch in Deutschland von 16 auf acht Tonnen zu senken. Die wichtigsten identifizierten Hebel sind dabei Einsparungen in den Bereichen Ernährung, Wohnen und Mobilität.
Björn Schulz, Projektmanager Circular Economy beim WWF, erklärt, was es braucht, um das Leitbild der Nationalen Kreislaufstrategie zur Ressourcenhalbierung bis 2045 wirksam umzusetzen: „Wir benötigen gesetzliche Vorgaben und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die zirkuläre Lösungen endlich wettbewerbsfähig machen. Zum Beispiel durch eine Weiterentwicklung der Herstellerverantwortung, den Abbau umweltschädlicher Subventionen und gezielte steuerliche Anreize. Auch die gesellschaftliche Ebene ist wichtig: Reparatur-, Sharing- und Wiederverwendungsangebote müssen im Alltag verfügbar und attraktiv sein. Nur so wird es gelingen, bis 2045 eine vollständige Kreislaufwirtschaft etablieren, in der sich der Ressourcenverbrauch halbiert, die Umwelt entlastet und wir weiter gut leben können.”