Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch zieht ein positives Fazit der heute Nacht beendeten Konferenz zum Ausstieg aus fossilen Energien in Santa Marta (Kolumbien). „Als Erfolg sehen wir, dass in Santa Marta ein breiter und konstruktiver Dialog über die Wege weg von Kohle, Öl und Gas geführt worden ist. Während bei globalen Klimaverhandlungen zuletzt eher die Konfrontation zwischen der fossilen Lobby und den progressiven Staaten im Vordergrund stand, ging es hier nicht um die Frage des “ob”, sondern des “wie”. Es bestand Einigkeit, dass die Welt aus den fossilen Energien aussteigen muss und es wurde darum gerungen, wie das so schnell und sozial gerecht wie möglich gelingen kann. Anstatt über Texte zu verhandeln, konnten Regierungen gemeinsam mit der Zivilgesellschaft und Interessengruppen ganz konkret über Ausstiegswege diskutieren. Dies wird in den UNFCCC-Prozess einfließen und kann den weltweiten Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas entscheidend vorantreiben“, bilanziert Petter Lydén, Leiter des Bereichs Internationale Klimapolitik bei Germanwatch.
Auch der WWF Deutschland blickt positiv auf den Verlauf der Konferenz. „Das Ergebnis von Santa Marta ist ein ermutigendes Signal. Die Konferenz hat den Grundstein für eine neue, umsetzungsorientierte Initiative gelegt. Sie ermöglichte es, die beschlossen Ziele zur Abkehr von fossilen Energien in konkrete Schritte und Arbeitsstränge zu übersetzen. Das ist enorm wichtig, denn trotz ihrer Verankerung in den globalen Energiezielen der COP28 ist die Abkehr von fossilen Energien bislang das Ziel mit dem größten Umsetzungsdefizit. Die Konferenz hat den festgefahrenen Verhandlungen endlich Raum für einen offenen Dialog gegeben und die Umsetzung beflügelt“, erklärt Viviane Raddatz, Klimachefin beim WWF Deutschland.
Katrine Petersen, Programmleiterin Global Clean Power Diplomacy, E3G, sagte: "Mitten in geopolitischen Umwälzungen haben die Länder in Santa Marta wirklich ein neues Modell der Zusammenarbeit bei der Energiewende gezeigt – eines, das fossile Brennstoff-Roadmaps in den Mittelpunkt stellt und sich darauf konzentriert, den Wandel zu beschleunigen und gemeinsam umzusetzen.“
Laut Misereor zeigen die aktuellen geopolitischen Krisen, etwa der Iran-Krieg und die Spannungen rund um die Straße von Hormus, eindrücklich, wie risikoreich die weltweite Abhängigkeit von fossilen Energien ist. „Der Ausstieg aus fossilen Energien ist keine Frage des Ob mehr, sondern des Wie. Santa Marta und der wachsende internationale Zuspruch für die Vorreiter-Koalition zeigen, dass die politischen Weichen für einen weltweiten fossilen Ausstieg gestellt sind und dieser Prozess nun an Dynamik gewinnen wird“, erläutert Misereor-Energieexpertin Madeleine Wörner.