Zum Ende des kalendarischen Sommers fordert der WWF, aus den zunehmend spürbaren Folgen der Klimakrise politische Konsequenzen zu ziehen. Konkret wollen 67 Prozent der Befragten, dass die Bundesregierung ihre Klimaschutzmaßnahmen angesichts der Hitzewellen und anderer Extremwetterereignisse deutlich (45 Prozent) oder etwas (22 Prozent) verstärkt. Insgesamt bewerten 54 Prozent der Befragten den Schutz der Menschen in Deutschland vor Hitze und anderen Extremwetterereignissen als schlecht, nur 15 Prozent haben ihn als gut eingestuft. Damit spricht sich eine klare Mehrheit für mehr Klimaschutz aus.
Auch in den Bundesländern, in denen Landtagswahlen anstehen, wünscht sich eine sehr deutliche Mehrheit bessere Klimaschutzmaßnahmen von der Bundesregierung. Berlin ist Spitzenreiter mit 73 Prozent, dann folgen Sachsen-Anhalt (64 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (62 Prozent).Im Altersvergleich kommt der größte Zuspruch für verstärkte Maßnahmen von jüngeren Menschen (18 bis 29 Jahre): Hier fordern 77 Prozent verstärkten Klimaschutz angesichts von Hitzewellen und anderen Extremwetterereignissen.
„Dieser Sommer war eine Warnung. Die Menschen sehen, dass Deutschland nicht ausreichend auf die Folgen der Klimakrise vorbereitet ist. Zwei Drittel der Bevölkerung wollen mehr statt weniger Klimaschutz. Die Bundesregierung muss diesen Auftrag ernst nehmen. Deutschland muss sich besser gegen die Folgen der Klimakrise wappnen und gleichzeitig alles dafür tun, dass sie nicht immer gravierender werden. Klimaanpassung und Klimaschutz sind zwei Seiten derselben Medaille“, sagt Vanessa Klocke, Co-Klimachefin beim WWF Deutschland.
Aus Sicht des WWF muss die Bundesregierung deshalb an zwei Stellen gleichzeitig handeln. Erstens brauche Deutschland eine verlässliche und langfristige Finanzierung der Klimaanpassung vor Ort. Klimaanpassung solle daher schnellstmöglich als Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern im Grundgesetz verankert werden.
Zweitens warnt der WWF davor, Klimaanpassung als Ersatz für konsequenten Klimaschutz zu betrachten. Je stärker die Erderhitzung voranschreite, desto größer würden die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kosten der Anpassung. Die Bundesregierung müsse den Abschied von fossilen Energien beschleunigen und die Energiewende konsequent vorantreiben.
Zurzeit werde die Energiewende allerdings ausgebremst. Die von der Bundesregierung beschlossenen Vorschläge für die EEG-Novelle und das Netzpaket seien aus Sicht des WWF nicht geeignet, die bestehenden Herausforderungen der Energiewende zu lösen. Statt den Ausbau von Wind- und Solarenergie, Netzen und Speichern verlässlich voranzutreiben, würden neue Hürden und Unsicherheiten drohen. Im parlamentarischen Verfahren müsse deshalb nachgebessert werden.
Zum Ende der parlamentarischen Sommerpause startet der WWF unter dem Motto „Dieser Sommer war eine Warnung. Jetzt zählt Klimaschutz“ eine bundesweite Online-Aktion. Bürgerinnen und Bürger können sich dabei mit wenigen Klicks und mit persönlichen Nachrichten an die Bundestagsabgeordneten aus ihren Wahlkreisen wenden und sie auffordern, sich bei den anstehenden energiepolitischen Entscheidungen im Bundestag für eine starke Energiewende einzusetzen. Zur WWF-Online-Aktion: https://mitmachen.wwf.de/extrem