Der Policy Brief gibt einen Überblick über die Fehlallokationen im deutschen Fernstraßenbau. Analysiert wurden die methodischen Mängel offizieller Nutzen-Kosten-Analysen, die unterschätzten Folgen der Baupreisinflation sowie die Kapazitätsengpässe im Planungs- und Bauwesen. Die Untersuchung basiert auf der Auswertung aktueller Projektdaten, wissenschaftlicher Szenarien und den realen Kostenentwicklungen der Verkehrsinfrastruktur.
Die Analyse zeigt mehrere konkrete Hebel auf, mit denen Politik und Verwaltung die Bundesverkehrswegeplanung effizienter, wirtschaftlicher und zukunftsfähiger gestalten können:
- Konsequente Projektstreichungen und Moratorien für nachweislich unwirtschaftliche Autobahn-Neubauten, um rund 20 Milliarden Euro an Bundesmitteln freizusetzen.
- Strikte Priorisierung von Erhalt und Sanierung, um die verkehrliche Zuverlässigkeit im Alltag zu sichern und die akute „Bugwelle“ maroder Brücken abzuarbeiten.
- Bedarfsgerechte Steuerung der Bau- und Planungskapazitäten, um Verdrängungseffekte zulasten des Schienenverkehrs und des kommunalen Tiefbaus zu verhindern.
- Einführung transparenter Wirtschaftlichkeitsprüfungen und gesetzlicher Veröffentlichungspflichten für alle Kosten-Nutzen-Analysen der Verkehrswegeplanung.
Insbesondere vor dem Hintergrund knapper Kassen und der notwendigen Erreichung der Klimaziele darf wertvolle Planungsenergie nicht in naturzerstörenden Projekten versickern. Die Empfehlungen des Policy Briefs verdeutlichen, dass eine Abkehr von der bloßen Fortschreibung alter Prognosen entscheidend ist, um die begrenzten Ressourcen gezielt dort einzusetzen, wo sie den größten gesellschaftlichen Nutzen stiften: in einem verlässlichen Bestandsnetz und einer modernen, klimafreundlichen Schieneninfrastruktur.