12.2025
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Policy Brief: Die Rolle von Artikel 6 im deutschen und europäischen 2040-Klimaziel

Die EU will ihre Emissionen bis 2040 um 90 Prozent im Vergleich zu 1990 senken. Fünf Prozent sollen erstmals über internationale CO2-Zertifikate erfüllt werden können. Ein neuer Policy Brief des NewClimate Institute im Auftrag der Klima-Allianz Deutschland warnt vor hohen Kosten und der Verschleppung des Klimaschutzes.

Laut der Analyse würde es zu deutlich höheren innereuropäischen Emissionen im Jahr 2040 kommen, wenn ein Teil dieses Ziels über internationale CO₂-Zertifikate erfüllt wird. Für Deutschland hieße das: Statt auf etwa 150 Millionen Tonnen CO₂ im Jahr 2040 zu sinken, könnten die Emissionen bei über 200 Millionen Tonnen liegen – bis zu 42 Prozent höher als ohne den Ankauf von Zertifikaten. Die Emissionsminderungen müssten nach 2040 schneller und teurer nachgeholt werden, um bis spätestens 2050 klimaneutral zu sein.

Neben den klimapolitischen Risiken weist der Policy Brief auch auf die finanziellen Folgen hin. Die Kosten für Zertifikate könnten ein Niveau erreichen, das der Größenordnung des aktuellen Klima- und Transformationsfonds von ca. 37 Milliarden Euro entspricht. Geld, das nicht mehr für die nötigen Investitionen in die Wirtschaft zur Verfügung stünde.

Erfahrungen mit dem bisherigen internationalen Kohlenstoffmarkt zeigen zudem, dass die allermeisten Projekte keine zusätzlichen Einsparungen gebracht haben und ihre Qualität oft unzureichend überprüft wurde. Im besten Fall sind internationale CO2-Zertifikate damit ein Nullsummenspiel für das Klima, in vielen Fällen sind die tatsächlichen Emissionen sogar höher ausgefallen.

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Christiane Hildebrandt

Referentin Europäische Klimapolitik

Klima-Allianz Deutschland

christiane.hildebrandt@klima-allianz.de

Telefon: 030/780 899 528