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14.11.2018

Klimaschutzbericht 2018: Dramatik bekannt – Reaktion bleibt aus

Der Entwurf des Klimaschutzberichts 2018 wurde Medienberichten zufolge gestern Abend öffentlich. Er offenbart einen Fortgang des Stillstands beim Klimaschutz und eine Lücke von acht Prozentpunkten zum Erreichen des 2020-Klimaziels. Statt die CO2-Emissionen wie geplant um 40 Prozent zu reduzieren, wird Deutschland demnach nur 32 Prozent schaffen.

Dazu erklärt Christiane Averbeck, Geschäftsführerin der Klima-Allianz Deutschland:

„Der Klimaschutzbericht 2018 dokumentiert das Versagen der großen Koalition beim Klimaschutz. Satte acht Prozentpunkte fehlen zum 2020-Ziel. Die Bundesregierung weiß um die dramatische Lücke, eine Reaktion bleibt aber aus. Vereinbarungen, wie der Klimakrise mit konkreten Maßnahmen zu begegnen ist: Fehlanzeige. Auch nach Auslagerung wichtiger Entscheidungen in Kommissionen wie die Kohlekommission gelingt es der Bundesregierung nicht, ihre eigenen Zeitpläne und Zielsetzungen einzuhalten. Stattdessen blockieren Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und die CDU sogar noch Minimalkompromisse des Koalitionsvertrages wie die Sonderausschreibungen oder den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien. Damit kommt Deutschland seiner internationalen Verantwortung nicht nach und würde ohne schnelles Umlenken die Vereinbarungen des Pariser Klimaabkommens krachend verfehlen.

Die Kohlekommission muss nun liefern, was die Bundesregierung versäumt hat: Noch vor der Klimakonferenz in Kattowitz muss sie sich darauf einigen, wie die Klimaschutzlücke geschlossen werden kann. Dafür muss sie auf der Sitzung am 28. November die zeitnahe Abschaltung der ältesten und dreckigsten Hälfte der Kohlekraftwerke beschließen und sich auf einen Auslaufpfad für die Kohle einigen, der mit dem Pariser Klimaziel vereinbar ist.

Der Klimaschutzbericht zeigt auch, dass wir in den Sektoren Industrie und Gebäude zu wenig sowie beim Verkehr noch gar nicht vorangekommen sind. Mit Blick auf das Klimaschutzziel 2030 muss die Bundesregierung die Industrie- und Wärmewende entschlossener vorantreiben und endlich die Verkehrswende in Angriff nehmen.“
 
Hintergrund:
Zitat aus dem Einsetzungsbeschluss der Kohlekommission: „Ihre Empfehlungen für Maßnahmen zum Beitrag der Energiewirtschaft, um die Lücke zur Erreichung des 40 Prozent-Reduktionsziels bis 2020 so weit wie möglich zu verringern, legt die Kommission WSB rechtzeitig vor der 24. UN-Klimakonferenz (COP24), die vom 3. bis 14. Dezember stattfindet, schriftlich vor.”
Eine Studie der Agora Energiewende zeigt, dass die Lücke mit neun bis zehn Prozentpunkten wahrscheinlich noch größer sein wird als von der Bundesregierung angenommen. 

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Julia Dittmann

Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
julia.dittmann@klima-allianz.de
Telefon: 030/780 899 514